Aufatmen im Kirchenwald

Aufatmen im Kirchenwald
Ich glaube. Ich stehe. Im Wald.
Foto: Markus Bechtold, evangelisch.de
Unter Fichten im Kirchenraum: "Ich glaube. Ich stehe. Im Wald."
Meine Füße sind schwer. Nach vier Tagen Kirchentag bin ich geschafft. Gut, dass ich mich in der Petri-Kirche ausruhen will. In ihr finde ich nicht nur einen ganzen Wald. Es duftet auch so herrlich frisch.

Mir ist, als bliebe die Zeit kurz stehen. Als ich durch die Kirchentür gehe, stehe ich plötzlich im Wald unter Wittgensteiner Fichten.

Die Schönheit der Schöpfung soll erahnt werden: Nebel, Wasser, Bäume, Weite, Tiefe. Schnell ziehe ich meine Schuhe und Strümpfe aus und wandele barfuß auf dem Pfad durch den Kirchenraum, der ein Wald ist. Wo ist man geerdet? Das darf hier jeder für sich selbst herausfinden.

Einfach mal mit den Füßen fühlen.

Um die Sinne weiter zu schärfen, gibt es mehrere Fühlboxen. Jeder soll selbst tasten und begreifen können, was jeweils in ihr liegt. An einer Waldlichtung lausche ich widerum den Klängen der Natur.

Tasten und begreifen.

Die Veranstalter von "Ich glaube. Ich stehe. Im Wald." haben ein Anliegen. Heidemarie Horaczek-Körnert schreibt dazu: "Spüre und entdecke, was du inmitten dieser Bäume erlebst, was es in dir auslöst in kurzer Zeit und trage es hinaus von Herz zu Herz, von Verstand zu Verstand und zum Wohle aller. Damit trägst du dazu bei, die Welt zum Umdenken zu bewegen. Auch du bist wichtig in dieser Aufgabe, den Wald weltweit zu bewahren." Sie appelliert: "Wenn du nicht heute damit beginnst. Wann dann?"

Martin Luther ist auch da.

Am Wegesrand erhalte ich schließlich einen Becher klares Wasser. Völlig entspannt und mit offenen Sinne verlasse ich die Kirche und stehe wieder inmitten des fröhlichen Trubels des Kirchentags 2019 in Dortmund. Jetzt kann der Abend beginnen.

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