Gedenkstättenleiter kritisiert Mahnmal-Aktion

Gedenkstättenleiter kritisiert Mahnmal-Aktion
Der Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, hat den Vorwurf des Künstlerkollektivs "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) zu mangelnder Aufarbeitung des Umgangs mit sterblichen Überresten von NS-Opfern zurückgewiesen. Im ZPS habe man offensichtlich nicht vor Augen, "dass dieses Thema tatsächlich kein neues ist", sagte Knigge am Mittwoch dem Sender MDR Kultur. Man habe sich damit europaweit bereits sehr intensiv auseinandergesetzt. Knigge verwies unter anderem auf Debatten über den Umgang mit dem Frauenhaar in Auschwitz.

Das ZPS hat seit Anfang der Woche zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt in Berlin eine Stahlsäule zum Gedenken an NS-Opfer installiert. In der Säule befindet sich nach ZPS-Angaben angeblich auch Asche von ermordeten NS-Opfern. Die Gruppe will damit auf die Überreste von Toten hinweisen, die immer noch kein Grab oder letzte Ruhestätte hätten. Zudem will das ZPS damit vor einer Zusammenarbeit von CDU/CSU mit der AfD warnen.

Knigge betonte, dass die Debatte um die sterblichen Überreste in den ethnographischen Museen angekommen sei. "Das heißt: Es wird breit diskutiert und ich glaube, es hat keinen Sinn, die Gesellschaft insgesamt aus Gründen der Schrillheit zurückzudefinieren in eine Totalverdrängungsgesellschaft."

Der Stiftungsleiter forderte vom ZPS bei der aktuellen Aktion eine genaue Dokumentation. Es gehe um wichtige Fragen, wie die menschlichen Überreste geborgen wurden, ob dabei die religiösen Belange der Juden berücksichtigt wurden und was passiere, wenn man "dieses ephemere Denkmal" wieder abbaut.

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