Badische Kirche will Friedenspapier aktualisieren

Peace-Zeichen aus Patronenhülsen

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Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs überarbeitet die Synode der Landeskirche in Baden ihr friedensethisches Positionspapier von 2013.

Evangelische Friedensethik im Krieg
Badische Kirche will Friedenspapier aktualisieren
Angesichts des Kriegs in der Ukraine setzt die Synode der Landeskirche in Baden die Friedensethik auf ihre Agenda. Ein Postionspapier von 2013 soll neu diskutiert werden. Die Grundhaltung, dass Frieden "nicht unbedingt mit Waffen erzwungen" werden könne, werde sich aber wohl nicht ändern, sagt der Synodalpräsident.

Das Thema beschäftige Synode und Landeskirche auf allen Ebenen bereits seit vielen Jahren, sagte Synodalpräsident Axel Wermke im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. So habe die Synode 2013 ein friedensethisches Positionspapier verabschiedet. Dies soll bei der Herbsttagung vom 23. bis 27. Oktober in Bad Herrenalb nicht nur diskutiert, sondern auch aktualisiert werden.

Aufgrund des Kriegs in der Ukraine und mehrerer, auch kritischer, Anfragen an das Friedenspapier nehme die Synode die Thematik nun wieder auf, erläuterte Wermke. Bei einem nicht öffentlichen Studientag sollen kontroverse Positionen diskutiert werden und unterschiedliche Stimmen auch von außerhalb der Landeskirche zu Wort kommen.

Er gehe jedoch nicht davon aus, dass es große Veränderungen der Position geben wird: "Wir werden unser Papier nicht über den Haufen werfen", ist Wermke überzeugt. Die Landeskirche sei überzeugt davon, dass Frieden "nicht unbedingt mit Waffen erzwungen" werden könne. Allerdings erkenne sie das Recht zur Selbstverteidigung an. Deshalb seien Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine nachvollziehbar.

Diplomatische Wege offenhalten

Das friedensethische Positionspapier "Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens" wurde im Herbst 2013 von der Landessynode verabschiedet. Es sei von anderen evangelischen Landeskirchen aufgegriffen worden, sagte der Synodalpräsident. Danach sei die Landeskirche weitere Schritte als "Kirche des gerechten Friedens" gegangen. So sei etwa an der Evangelischen Hochschule in Freiburg ein Friedensinstitut eingerichtet und die friedenspädagogische Arbeit ausgebaut worden.

Bereits in diesem April, kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine, hatte die Synode bei ihrer Frühjahrstagung den russischen Angriffskrieg scharf verurteilt und als Bruch des Völkerrechts bezeichnet. Auf dem Weg zum Frieden müssten diplomatische Wege offengehalten und intensiv genutzt werden, wurde gefordert. Die Synodalen hatten vor den Folgen wie Ernährungsengpässen, Hunger und Not weltweit, gewarnt.

Angesichts steigender Energiepreise wird überlegt, etwa beheizte Räume in Gemeindehäusern tagsüber für Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Solche Ideen unterstütze die Landessynode, sagte Wermke.

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