Politiker würdigen Rolle der Kirchen in der Pandemie

Pflegezentrum in Corona-Pandemie

© epd-bild/Klaus Honigschnabel

Politiker haben die Rolle der Kirchen in der Corona-Krise gewürdigt. Ohne ihr Wirken, etwa auch in der Alten- und Krankenpflege, wäre alles weniger glimpflich verlaufen.

Politiker würdigen Rolle der Kirchen in der Pandemie
Zum Auftakt der westfälischen Landessynode haben Politiker die Rolle der Kirchen in der Corona-Krise gewürdigt. Ohne ihr Wirken, etwa auch in der Alten- und Krankenpflege, wäre alles weniger glimpflich verlaufen.

"Gerade in diesen Zeiten gibt der Glaube den Menschen Halt und Hoffnung", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einer Videobotschaft an das digital tagende Kirchenparlament. Er dankte der Evangelischen Kirche von Westfalen für ihren verantwortungsvollen Umgang mit der Corona-Pandemie und äußerte die Hoffnung, dass das religiöse Leben "so bald wie möglich auch wieder normal stattfinden" kann. Auch der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) hob die Bedeutung der Kirche in der Corona-Krise hervor, gerade jetzt sei ihre Stimme gefragt.

Laschet wies darauf hin, dass das kirchliche Leben durch Corona seit über einem Jahr in hohem Maße beeinträchtigt sei. Viele Gottesdienste würden mit begrenzter Besucherzahl oder digital gefeiert, um die Gesundheit und damit das Leben der Menschen zu schützen. Dankbar sei er auch Pflegeheimen, Kitas und Krankenhäusern in evangelischer Trägerschaft, "ohne deren Wirken wir nicht so glimpflich durch diese Krise gekommen wären". Die leitende Theologin der westfälischen Kirche und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Annette Kurschus, lobte die enge Abstimmung mit der Politik im Blick auf den Infektionsschutz.

Zusammenhalt statt Egoismen

Bielefelds Oberbürgermeister Clausen betonte, die Äußerungen der Kirche seien von den Werten der Verantwortung und der Nächstenliebe getragen. Er beklagte, nach über einem Jahr Corona werde das anfangs noch sichtbare Gemeinschaftsgefühl zunehmend von Egoismen überlagert. Herausforderungen wie die Pandemie seien jedoch nur zu bewältigen, wenn sie in einem gesellschaftlichen Zusammenhalt angegangen würden.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, sieht die benachbarten Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen eng verbunden. Sie hätten eine große gemeinsame Geschichte, sagte er in einem Video-Grußwort an die Synode. Die Frage sei nun: "Werden wir gemeinsam auch Vorreiter für eine moderne Kirche der Zukunft sein?"

Der Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann warb für weitere Fortschritte der evangelischen und katholischen Kirche beim Thema Abendmahl. Offene Fragen dürften nicht länger den weiteren Weg blockieren."

Die westfälische Synode vertritt rund 2,1 Millionen Protestanten und tagt bis zum 2. Juni. Hauptthemen der Online-Beratungen sind das Verständnis von Mission und eine Aufteilung der Pfarramts-Aufgaben auf Teams aus mehreren Berufen.

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