Ex-EKD-Ratschef Schneider hält bessere Ausstattung der Pflege für nötig

WDR/Dirk Borm

Ex-EKD-Ratschef Schneider hält bessere Ausstattung der Pflege für nötig
Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider plädiert für eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung in der Pflege. Das System müsse in Abstimmung mit den Kostenträgern anders aufgestellt werden, damit es mit einer Krise wie der Corona-Pandemie fertig werden könne, sagte der 73-jährige Theologe am Montagabend in der ARD-Talkshow "hart aber fair".

Die derzeit vor dem Hintergrund der Pandemie beklagten Probleme im Pflegebereich seien seit Jahren bekannt, kritisierte der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Schneider mahnte in der Sendung zum Thema "Das Virus kommt mit Macht zurück: Wer schützt jetzt die Alten?", nicht erneut Menschen in Heimen isoliert sterben zu lassen. Es sei eine Frage der Menschenwürde, "nicht alleine sterben zu müssen", betonte der ehemalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, mahnte mit Blick auf die Folgen einer möglichen zweiten Corona-Welle, eine flächendeckende Isolation der Pflegeheime, wie es sie im Frühjahr gegeben habe, dürfe "nicht wieder passieren". Deshalb sei es nötig, "intelligente, pragmatische Konzepte" zu finden, um Angehörigen auch in einer Phase mit hohen Infektionszahlen den Besuch im Pflegeheim zu ermöglichen, sagte Westerfellhaus.

Der Intensivmediziner Uwe Janssens beklagte ebenfalls eine schlechte Ausstattung im Pflegebereich. Die finanzielle und personelle Situation vor allem in der Altenpflege müsse angesichts der Alterung der Gesellschaft und des wachsenden Bedarfs dringend verbessert werden, forderte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Sollte es in diesem Bereich keine Veränderungen geben, steuere die Gesellschaft in den kommenden 10 bis 20 Jahren auf eine "große Katastrophe" zu.

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