Was Presse? Wo ist Ihre Kamera?

Sie steckt natürlich im Smartphone, das allerdings längst jeder immer dabei hat, egal in welcher Funktion. Heute alles zum Medienereignis des Jahres, als das sich die Begleiterscheinungen des Hamburger G20-Gipfels leider erwiesen. Mit dabei: Selfies von "Riot-Hipstern" und Chefreportern, "Ivanka Trump beim Zuprosten", bewährte Haudegen des Meinungsjournalismus, womöglich "unethisches Verhalten" von Bloggern, die sogenannten Nachrichtensender des Privatfernsehens und ein Beethoven-Kubrick-Vergleich, den Axel Springer gerne aufgreift.

Hinter Deutschland und vor allem hinter einer seiner wichtigsten Hauptstädte (um rasch einen kürzlich erscheinenen Titel des immer noch renommiertesten gedruckte Magazin zu zitieren) liegt das bisherige Top-Medienereignis des Jahres. Was Aufmerksamkeitsentfaltung angeht, verdient das Zusammenwirken von G20-Gipfel, "Welcome to Hell"-Demos dagegen, linksextremer Zerstörungswut und zumindest zeitweise hilflosem Einsatz tausender überforderter Polizisten, diese Bezeichnung. Es wird viele noch lange beschäftigen.

Ereignishaft wirkte das Ganze besonders, weil es so überraschend kam, für Hamburgs Ersten Bürgermeister, dem sein "Unbesorgt" noch lange nachhängen wird, ebenso wie für viele Medien (vgl. den ganz aktuellen Titel desselben Magazins).

Die Deutungen haben unter dem Eindruck der in Echtzeit geteilten Bildgewalt natürlich gleich am Donnerstag begonnen. Zwar ist "Narrativ" ein weiter, diffuser Begriff. Doch Narrative, um sämtliche denkbaren Haltungen zu untermauern, vor allem was Schuldfragen betrifft, zirkulieren längst.

Relativ unstrittig dürfte sein, dass das Gesamtereignis

"nicht nur ein Armutszeugnis für den G20-Protest, sondern auch für den Rechtsstaat"

darstellte, um aus einem zeit.de-Gastbeitrag des ansonsten durchaus strittigen Grünen-Politikers und Fotojournalisten Erik Marquardt zu zitieren, der physisch wie auch digital mittendrin gesteckt und viel erlebt hat:

Einen leider ebenfalls unstrittigen Absatz enthält ein Kommentar, den Gereon Asmuth bereits am Freitag (mit Bezug auf Donnerstag) für die TAZ verfasst hat:

"Das Schlimmste daran ist: die zweifelhaften Zaungäste Wladimir Putin und Recep Erdoğan dürften ihr Vergnügen gehabt haben. Denn künftig werden sie bei aller berechtigten Kritik am repressiven Umgang mit Protesten in ihren Ländern stets mit einem süffisanten Lächeln auf das von Hamburgs Bürgermeister ausgerufene 'Festival der Demokratie' verweisen können."

Der unmittelbar folgende Absatz, in dem Asmuth die "Verantwortung ... in erster Linie die Führung der Hamburger Polizei" zuschiebt, gehört dann schon zu den unzähligen "eigene[n], populistische[n] Süppchen auf den Feuern der Barrikaden", die alle kochen (auch TAZ, anderer Kommentar), ist also wieder strittig. Womit Asmuth jedenfalls recht hat: Wie autokratisch bis diktatorisch regierende G20-Teilnehmer, die ja erst recht starke Narrative benötigen und produzieren (und ihre eigenen stärken, indem sie andere unterdrücken), die Hamburger Ereignisse benutzen werden, kann kaum finster genug eingeschätzt werden. Abgesandte des Königs des 168. der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit gehörten ja überdies zu dieser Gruppe.

Und wenn der amtierende US-amerikanische Präsident bislang bloß vom "wonderful success" twitterte, ist das ebenso ein Spin bzw. Süppchen wie das Beklagen des Schadens fürs "Ansehen Deutschlands" per BamS-Gastbeitrag durch den amtierenden Bundesaußenminister.

[+++] Das Altpapier ist ja keine politische, sondern eine Medienkolumne, daher hinein in die im engeren Sinne medialen Aspekte. Dazu gehört, dass alle Ansichten mit bildgewaltigem Bildmaterial im Überfluss unterfüttert sind. Zwei exemplarische Videos hat evangelisch.de-Redaktionsleiter Hanno Terbuyken hier nebenan einander gegenübergestellt.

Außerdem machen unbewegte Selfies Furore, zum Beispiel das eines schön frisierten "Riot-Hipster", das es zum Mem/ Meme bereits geschafft haben dürfte (jetzt.de, fink.hamburg)

Diskussionen, ob das Bild gefälscht ist, finden Sie außer unter dem Tweet etwa im Spiegel Online-Artikel zur Klickstrecke mit Fotos von weiteren, aber vermummteren Demonstranten beim Sich-selbst-Fotografieren ("Der Urheber des bizarr anmutenden Bildes, der namentlich nicht genannt werden möchte, aber der Redaktion bekannt ist, bestreitet, dass es sich um eine Fälschung handelt. Ihm ist außerdem wichtig zu betonen, dass der Mann auf dem Foto sich nicht an Sachbeschädigungen beteiligt und auch keine Gegenstände ins Feuer geworfen habe").

Womöglich gehört der Riot-Hipster zu der Gruppe, die auch als "Krawall-Gaffer" ("Leere Flaschen werden überall abgestellt - egal, dass sie zu Wurfgeschossen werden könnten", sueddeutsche.de) oder "obszönes Partyvolk mit Smartphones" (SZ- Seite drei heute) charakterisiert wird und zur Gemengelage ebenfalls beitrug.

Andererseits werden Selfies in den meisten Milieus hergestellt und wurden es in Hamburg nicht nur im Glanz der "Lagerfeuer der Randalierer" (SPON), sondern auch in dem goldener italienischer Designerlampen in "Nobelrestaurants". Vor allem eines des Chefreporters des Hamburger Abendblatts mit Ivanka Trump verdient Aufmerksamkeit. Dessen Schilderung:

"Meine Begleitung und ich hatten an der Bar Platz genommen und ließen den Blick durch den Raum schweifen. In diesem Moment schenkte der Ober an besagtem Hochtisch nach – es wurde ein Weißwein vom Château de Chassagne-Montrachet für mehr als 300 Euro pro Flasche serviert –, als ich Ivanka Trump beim Zuprosten entdeckte",

wobei es der Reporter leider aber nicht beließ, wird der Funke-Zeitungen noch lange um die Ohren gehauen werden, wann immer die Rede auf sog. Qualitätsjournalismus kommt. Da dürfte kaum helfen, dass das Blatt "heute mit einer monothematischen Ausgabe ... lokal und weltpolitisch einordnen" möchte (turi2.de) und eine bereits 65-teilige Video-Playlist auf Youtube zusammengestellt hat.

[+++] Kein Wunder, dass das Renommee des Journalismus sich weiter auf Talfahrt befindet und es zu Szenen kam, wie sie taz.de im Liveblog schilderte (und dann u.a. für Twitter auskoppelte):

"10.15, Jungfernstieg: Die Polizei glaubt unserer Korrespondentin nicht, dass Zeitungen noch existieren. Ein Dialog:

Polizist: Runter von der Fahrbahn!

Ich, die taz-Reporterin: Ich bin Journalistin, hier ist mein Presseausweis.

Polizist (brüllt): Was Presse? Wo ist ihre Kamera?"

Ich: Äh, Printjournalismus?

Er: Personalausweis, aber zack, zack!

Ich: Das ist doch jetzt echt dämlich…

Er: Sie beleidigen mich? Wollen wir mal sehen wie lange sie noch ihren Presseausweis haben! (Kontrolliert meine Ausweise) So, sie haben die längste Zeit als Journalistin gearbeitet. ..."

Wer den Niedergang der gedruckten Presse publizistisch oder aus anderen Motiven begleitet, sollte sich diesen Baustein merken.

Immerhin hat die Kollegin, die dieses schrieb, ihren Presseausweis offenbar behalten. Tatsächlich durch das Bundeskriminalamt beschlagnahmte G20-Presseakkreditierungen, etwa das Fotografen Rafael Heygster vom Bremer Weser-Kurier, gehören ebenfalls zur medialen Gemengelage. Darüber berichtete zusammenfassend Andrej Reisin bei faktenfinder.tagesschau.de. "Wie der Deutsche Journalisten Verband mitteilt, will das BKA keine weiteren Angaben machen. Gründe würden den Betroffenen nur persönlich mitgeteilt", lautet die am Montagmorgen wohl aktuellste Info dazu (meedia.de), Konkreteres liegt einstweilen nicht vor. (Dass Zugang zum Pressezentrum, an dessen Eingang das BKA kontrollierte, beim Berichterstatten selbst höchstens begrenzt half, beschrieb wiederum tazzig die TAZ).

"Am Donnerstag um kurz nach neun, die 'Welcome to Hell"-Demonstration war zuerst eskaliert und hatte sich dann zerstreut, saßen drei Studierende aus meinem Master-Kurs an der HAW Hamburg in einer Kneipe auf St. Pauli und aßen zu Abend. Sie hatten gemeinsam mit anderen über die Demonstration berichtet. Plötzlich stürmten etwa fünf gepanzerte Polizeibeamte in das Lokal, schlugen einem Studenten den Presseausweis aus der Hand, zerrten ihn vor die Tür und hielten ihn dort fest. Es gibt zahlreiche Zeugen für den Vorfall. Eine Kommilitonin intervenierte. Einige Minuten später ließen die Polizisten den Studenten wieder frei, sie hatten ihn augenscheinlich verwechselt",

berichtet dann noch Christian Stöcker in seiner SPON-Kolumne, die aus diesem Vorfalll schon mal "Wenn man Polizisten das Gefühl gibt, der Rechtsstaat sei optional, verhalten sie sich auch so" als eine von "vier Lehren aus G20" zieht. Zwar könnte die Rolle der Gefühle von Polizisten und wer sie ihnen wie genau gab, eine komplexere Frage sein. Aber vor dem Hintergrund der Gleichzeitigkeiten ("just zu dem Zeitpunkt, als Diktatoren und Autokraten in der Stadt hofiert wurden") wird ein valides Argument daraus.

[+++] Was selbstverständlich auch zur aktuellen Medienlandschaft gehört: dass bewährte Haudegen des Meinungsjournalismus auch mittelbare Beobachtungen in Near-by-Echtzeit in ihre Weltbilder integrieren und zugleich ihre Communities durch multiplikatorenbissige Schaukämpfchen mit anderen Haudegen unterhalten:

Wo Michael Hanfeld und Jakob Augstein politisch stehen, ist erst recht kein Geheimnis. "Brandstifter twittert" lautete die Überschrift, unter der FAZ-Medienredakteur sich über jüngere Tweets des im Zweifel links tickenden Spiegel-Verlag-Miteigentümers äußerte.

Dabei war es nicht so, dass Hanfeld im jüngsten Blogeintrag des noch streitbareren faz.net-Bloggers Don Alphonso auf Augstein stieß, sondern eher umgekehrt. Don Alphonso hatte anschließend aus der – derzeit vermutlich hoch mehrheitsfähigen – Ansicht heraus, dass Gipfel-Veranstaltungen doch besser in alpennahen Schlössern als in nördlicheren Großstädten stattfinden sollten, ebenfalls viele aktuelle Twitter-Äußerungen von Journalisten in der gewohnten Akribie dokumentiert, die etwa "Einbruch und  Plünderung" "verharmlosen" würden. Was dann den zeit.de-Blog Störungsmelder tatsächlich zu einer knappen Wortmeldung "In eigener Sache" über womöglich "unethisches Verhalten" seiner Mitarbeiter "auf ihren privaten Social-Media-Accounts" veranlasste. Es könnte also sein, dass engagierte bis sich als Aktivisten verstehende Journalisten in Ausnahmesituationen vergessen, wie allseits öffentlich digitale, erst recht mit #nog20 und #G20HH17 gehashtag-te Äußerungen sind – ähnlich wie Riot-Hipstern nicht auffällt, dass sie beim Sich-selbst-Fotografieren auch von anderen fotografiert werden können.

Und dass das Narrativ, demzufolge deutsche Journalisten an vieles, was sich links verortet, andere Maßstäbe anlegen als an das, was sie selbst als im Zweifel rechts empfinden, in den letzten Tagen viel neuen Stoff bekommen hat, ist auch klar. Dazu kommt gerade noch der neueste der stets zahlreichen Hanfeld-Beiträge rein, eine Feuilleton-Glosse zur am Donnerstag hier erwähnten Studie des Institut für Protest- und Bewegungsforschungs (die der Tagesspiegel dann unter der Überschrift "Brennende Autos gehen immer" vorstellte) ...

[+++] Die sogenannten Nachrichtensender des Privatfernsehens spielen zwar in Lobby-Diskussionen theoretisch eine Rolle (weil sie als Argument dafür herhalten müssen, dass ein reiner öffentlich-rechtlicher Nachrichtensender, wie nötig auch immer er wäre, aus Konkurrenzschutzgründen nicht gestattet wird), müssen in der Praxis aber immer ein "sogenannt" aushalten, weil sie abends meistens US-amerikanische Dokus rotieren lassen (zugegeben: nicht mehr nur über alte Flugzeugträger) statt Nachrichten zu vertiefen oder wenigstens zu senden.

Jetzt aber hat N24, der inzwischen von Axel Springer besessene und mit der Welt-Gruppe fusionierte Sender einen Coup gelandet: nicht nur, indem er am Donnerstag und Freitag nach eigenen Angaben 16 sowie 19 Stunden aus Hamburg sendete, sondern auch, indem er freitagabends dann

"Beethovens 9. Sinfonie in der Elbphilharmonie und die Bilder von Hamburgs Straßen im Splitscreen"

zeigte, wie N24 angesichts der "in den sozialen Netzwerken vielbeachteten Übertragung" (dwdl.de) aus der vom Spiegel-Titel bekannten Elphi dann gerne vermeldete.

Dass lobende Tweets wie "Fast wie aus einem Stanley Kubrick-Film" sich später in der Pressemitteilung eines Konzerns wiederfinden können, denen österreichische Grüne womöglich skeptisch gegenüber stehen, gehört vermutlich ebenfalls zu den Dingen, mit denen theoretisch jederzeit rechnen muss, wer sich digital äußert.  


Altpapierkorb

+++ "Dass die Suche nach vermeintlichen Tätern im Netz ordentlich daneben gehen kann, ist keine Neuigkeit" (faktenfinder.tagesschau.de), wird aber immer wieder neu demonstriert. Es geht weiterhin um die G20-Begleiterscheinungen. +++ Und tagesaktuell wurden solche Suchen auch auf die Titelseite der gedruckten Bild-Zeitung ausgeweitet ... +++

+++ An den eingangs verlinkten aktuellen Spiegel-Titel wird man sich ebenfalls länger erinnern, aber nicht in positiven Zusammenhängen. Darum geht's auch kurz auf der SZ-Medienseite (via meedia.de über einen Dominik-Wichmann.Facebook-Post) und im Tagesspiegel-"Checkpoint". +++ Zugunsten der Blattmacher von der Ericusspitze könnte sprechen, dass in Niederbayern gerade der "größte Hamburger der Welt" angerichtet wurde (br.de). +++

+++ Am Donnerstag hier Thema, dann auch ausführlich in der Wochenend-TAZ: die Lage bei Jakob Augsteins Wochenzeitung Freitag. "Aber egal, mit wem man spricht, niemand will den Freitag als linkes Projekt diskreditieren. Und das wäre auch ungerecht, denn es geht hier nicht bloß um eine Zeitung. Es geht um ideologische Umwälzungen in der Linken. Der Freitag ist nur ein Kapitel ...", berichtet  Peter Weissenburger. Eine auch aufschlussreiche Reaktion des Freitag-Chefredakteurs Christian Füller gibt's bei turi2.de. +++

+++ Wo bleibt das Positive? Ausnahmsweise in Istanbul. Vom friedlich verlaufenen "Millionenprotest" der türkischen Opposition für Meinungsfreiheit berichtet u.a. der Deutschlandfunk. Wie derzeit Martin Niemöller in der Türkei zitiert wird, berichtete vergangene Woche Can Dündar bei correctiv.org. +++ "Wohltuend unvoreingenommen im Ton" findet Mike Szymanski (Süddeutsche) die Reportage, die die ARD zum mutmaßlichen Putschversuch vor einem Jahr heute am späten Abend sendet. +++

++ Die ebenfalls am Do. hier erwähnte Kölner Solidaritätslesung für Deniz Yücel gibt's bei wdr.de zu sehen. Etwas über zwei Stunden dauert sie. Oliver Jungen war für faz.net anwesend:  "... Thomas Gottschalk, der Wert darauf legte, nicht gekommen zu sein, 'weil es gerade kein Möbelhaus zu eröffnen gibt', sondern weil ihm der Einsatz für die Pressefreiheit 'ein echtes Anliegen' sei, las eine Abrechnung Yücels mit inquisitorisch auftretenden Linksdogmatikern, die selbst den historisch-kritischen Gebrauch des Wortes 'Neger' als moralischen Verstoß ansehen ..." +++

+++ Lobbycontrol "betrachtet den Wechsel von Medienunternehmer Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) in das Amt des Medienministers von Nordrhein-Westfalen mit Sorge", hat der EPD zur Antwort bekommen. +++ "Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag in NRW geht es viel um Digitalisierung. Insgesamt erinnert die Vereinbarung aber leider an Günther Oettinger ...", findet Markus Beckedahl bei netzpolitik.org, vor allem mit Blick auf Andreas Pinkwart (FDP) als neuen "Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie". +++

+++ Mit der "nächsten Herkulesaufgabe" (Altpapier), die Heiko Maas sich vorgenommen hat, dem Algorithmen-Gesetz, beschäftigt sich Constanze Kurz in der FAZ-Feuilleton-Rubrik "Aus dem Maschinenraum". "Es kann den Menschen schlicht egal sein, mit welcher Technologie sie diskriminiert werden. Sie wollen und sollten einfach nicht ohne guten Grund schlechter gestellt werden als ihre Mitmenschen. Und ihr alltägliches Handeln und Kommunizieren, aus dem immer genauere Profile erwachsen, sollten nicht als bloße Datenverhandlungsmasse abqualifiziert werden dürfen" kritisiert sie die "Einäugigkeit" des Justizministers. +++

+++ Den kürzlich hier erwähnten David Bernet, der einen Preis bekommen sollte, doch die Preisverleihung für AG Dok-Protest gegen die Arbeitsbedingungen der Dokumentarfilmer benutzte, hat Hannah Pilarczyk für SPON interviewt. Er schildert folgende "Abwärtsspirale": "Mit 10 verschiedenen Geldgebern zu arbeiten, kannte ich bislang nur aus dem Kinobereich - bei internationalen Ko-Produktionen ist das schlicht nicht anders machbar. Nun herrschen aber auch im Fernsehen ähnliche Zustände. Bei sinkenden Budgets sind die Sender darauf angewiesen, dass freie Produzenten auch Filmförderung heranziehen können. Darüberhinaus hängt aber auch die Höhe der Förderung davon ab, wie viel die Sender geben - wenn der Senderanteil sinkt, drückt das auch das gesamte Budget." +++

+++ "... Der ORF hat Mitbewerber ohne Ende. Das geht von Privatpersonen, die über Periscope übertragen, bis zu Facebook", sagt der Sportchef desösterreichischen Öffentlich-Rechtlichen, der ebenfalls die Fernsehrechte an der Champions League verlor, im Standard-Interview. +++

+++ Und "die Hauptfiguren könnten genauso gut hinterm Deich oder am Niederrhein aufgestellt werden. Und die kauzige Bodenständigkeit eines Herbert Knaup aus den 'Kluftingerkrimis' (ARD) wird hier durch sinnlich-selbstbewusste Weiblichkeit ersetzt", umreißt Thomas Gehringer im Tagesspiegel die Variationen, die die neue Allgäu-Krimireihe des ZDF bemüht. +++

Neues Altpapier gibt's wieder am Dienstag.