"Brot für die Welt" fordert Reichensteuer

Demonstration am 1. Mai mit Schild " Solidarität, "Reichensteuer jetzt"
Markus Scholz/dpa
Immer wieder wird eine Steuer für große Vermögen gefordert, wie hier in Hamburg auf einer Demonstration am 1. Mai 2025.
Weltwirtschaftsforum in Davos
"Brot für die Welt" fordert Reichensteuer
Eine Vermögenssteuer für Superreiche könnte laut "Brot für die Welt" mehrere hundert Milliarden Dollar für den Kampf gegen Armut einbringen. Die Hilfsorganisation fordert, dies in Davos zum Thema zu machen.

Mit dem Aufruf zum Einsatz für globale Gerechtigkeit wendet sich "Brot für die Welt" zum Weltwirtschaftsforum in Davos an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Dazu gehörten Themen wie eine globale Milliardärssteuer und die Entschuldung von Ländern des Globalen Südens, erklärte das evangelische Entwicklungswerk am Mittwoch in Berlin.

"Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in der Armutsbekämpfung, der Ernährungssicherheit und ganz besonders in der Gesundheitsversorgung stehen durch massive globale Kürzungen in der Entwicklungspolitik auf dem Spiel", betonte "Brot für die Welt"-Präsidentin Dagmar Pruin. Merz solle daher die Gelegenheit in Davos nutzen, sich für mehr Gerechtigkeit zu engagieren.

Vermögenssteuer "kein radikales Experiment"

Eine globale Mindeststeuer auf das Vermögen von Milliardären und Milliardärinnen von einem einstelligen Prozentsatz wäre ein konkreter, wirksamer und gerechter Schritt, erklärte Pruin. "Das ist kein radikales Experiment, sondern längst überfällig." Weltweit gebe es mehr als 3.000 Milliardäre und Milliardärinnen, deren Vermögen im vergangenen Jahr auf über 18 Billionen gestiegen sei, sagte sie mit Blick auf jüngste Analysen der Hilfsorganisation Oxfam. Zugleich kämpfe fast die Hälfte der Menschheit mit weniger als 8,30 Dollar am Tag um ein Leben in Würde.

Die Mittel aus einer solchen Vermögenssteuer, mehrere hundert Milliarden Dollar, sollten unmittelbar zur Stärkung der internationalen Entwicklungsfinanzierung und zum Abbau globaler Ungerechtigkeit eingesetzt werden, erklärte Pruin. Es gehe um Gerechtigkeit, um die Beseitigung von Hunger und um globale Stabilität.