Katholiken werden online unterrichtet

Schülerin macht zu Hause Onlineunterricht am Laptop.
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Katholische Religionsstunde für interessierte Schüler:innen: Dank des Internet können alle das Angebot wahrnehmen.
Schulen in Sachsen
Katholiken werden online unterrichtet
Nur etwa 3,5 Prozent der Sachsen sind katholisch. Entsprechend gering ist das Interesse am katholischen Religionsunterricht. Ein neues Modell an den Schulen setzt jetzt bei der Vermittlung von Inhalten auf das Internet.

Angesichts des geringen Interesses mancherorts an katholischem Religionsunterricht innerhalb einer Klassenstufe gehen Sachsens Kultusministerium und das Bistum Dresden-Meißen neue Wege. Vom nächsten Schuljahr an werde es ein hybrides Unterrichtsformat für die Jahrgangsstufen 11 geben, teilten Bistum und Kultusministerium in Dresden mit.

Das Fach Katholische Religion werde dann im Wechsel von Selbstlernzeiten und virtuellen Präsenzphasen per Videokonferenz angeboten. Erste positive Erfahrungen mit dem Format "KathReliOnline" gebe es bereits aus den Klassenstufen 9 und 10. Die Verantwortung für die Teilnahme am Unterricht und die Benotung liege bei der Lehrkraft, hieß es.

Die selbstständigen Arbeitsphasen werden zeitlich festgelegt. Die Lehrkraft sei auch in diesen Zeiten ansprechbar.

Selbstständig und digital

Für den evangelischen oder katholischen Religionsunterricht ist an sächsischen Schulen wöchentlich je eine Doppelstunde vorgesehen. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) erklärte zum Modell "KathReliOnline": "Schülerinnen und Schüler können so auch an kleinen Schulen am katholischen Unterricht teilnehmen." Sie lernen damit laut Clemens "flexibel, selbstständig und digital unterstützt".

In einem kurzen Film wird das Prinzip von "KathReliOnline" erklärt.

Auch der katholische Bischof Heinrich Timmerevers begrüßte das Format: Es sei "ein zeitgemäßes, modernes Angebot", das die technischen Möglichkeiten nutze.

Neue Regelung für Unterricht

Nach fast 20 Jahren hat Sachsen die Regelungen zum Religions- und Ethikunterricht novelliert. Ab sofort gelte damit durchweg eine Zweistündigkeit für die Fächergruppe Ethik, Katholische Religion und Evangelische Religion, teilte das Kultusministerium am Dienstag in Dresden mit. Die seit 1993 bestehenden Übergangs- und Sonderregelungen würden damit aufgehoben.

Die Novellierung der Verwaltungsvorschrift setze auf mehr Kooperation. Der sogenannte konfessionell-kooperative Religionsunterricht, aktuell ein Modellversuch, werde vom Schuljahr 2028/2029 an als eine im Einzelfall zu genehmigende Organisationsform des konfessionellen Religionsunterrichts eingeführt.

Jüdischer Religionsunterricht seit 2019

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) erklärte: "Religions- und Ethikunterricht tragen maßgeblich zum Wertefundament von Kindern und Jugendlichen bei." Dieser Beitrag der Bildungsarbeit sei heute "unverzichtbarer denn je".

Auch der in Sachsen 2019 eingeführte jüdische Religionsunterricht sei nun in das Regelwerk als ordentliches Lehrfach aufgenommen worden. Der sächsische Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz erklärte, der Religionsunterricht trage dazu bei, "eigene und andere Kulturen, Religionen und Weltanschauungen zu verstehen, zu achten".

In Sachsen gehören neben dem geringen Anteil an Katholiken (3,5 Prozent) etwa 16,4 Prozent zur evangelischen Kirche an. Zudem leben rund 2.500 Menschen jüdischen Glaubens im Freistaat.