In zahlreichen Schulen in ganz Deutschland wird es am morgigen Freitag zu Streiks gegen die Wehrpflicht kommen. Aufgerufen zu den Demonstrationen hatten mehrere Organisationen wie das Berliner Bündnis "Nein zur Wehrpflicht", der GEW Berlin, der DFG VK, der IPPNW sowie das bundesweite Bündnis "Schulstreik gegen Wehrpflicht" und weitere Gruppierungen.
Die steigende Beteiligung an den bisherigen Streiks im Dezember und März zeige laut Aussage der Initiatoren, dass der Protest kein einmaliger Aufschrei sei. Sie lehnen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht ebenso ab wie alle anderen Pflichtdienste. Kritik üben sie außerdem an der Präsenz der Bundeswehr an Schulen.
In Berlin beginnt die Demonstration um 12:00 Uhr am Brandenburger Tor und soll mit einer Kundgebung vor der CDU Partei Zentrale enden. Im süddeutschen Raum sind Streiks unter anderem in München, Nürnberg, Bayreuth und Ingolstadt geplant.
Der Tag des Streiks wurde bewusst auf den 8. Mai, also den Tag der Befreiung vom Faschismus gelegt, erklärt Shmuel Schatz, Pressesprecher des Schulstreikkomitees Berlin. Sich gegen die aktuelle Aufrüstungspolitik zu stellen hieße, sich daran zu erinnern, was Krieg bedeutet, so Schatz.
"Damals im deutschen Faschismus haben sich Konzerne wie IG-Farben und Krupp die Taschen am Krieg vollgemacht. Heute sind es Rheinmetall und die deutsche Bank für deren Profite wir am Ende den Kopf hinhalten müssen", sagt der 17-Jährige. "Es sind nicht die Kinder von Merz, von der Leyen oder Papperger, die im Zweifel an die Front müssen. Es sind wir, und wir wollen nicht für ihre Kriege sterben!", empört sich Schatz.
Ein weiterer Schüler erklärt seine Beweggründe für einen Streik so: "Während wir in maroden Schulen mit zu wenig Lehrpersonal sitzen wird gleichzeitig von uns erwartet, dass wir zur Bundeswehr gehen. Dagegen wehren wir uns!", so der 15-jährige Aljoscha Waßmuth.
Recherchen: Steckt die DKP hinter der Bewegung?
Unterdessen werden Verdächtigungen laut, die teilweise eine Unterwanderung der Organisatoren mit politischen Extremisten nahelegt. Während sich "Schulstreik gegen Wehrpflicht" selbst als eine offene Gruppierung von Schülerinnen und Schülern bezeichnet, die sich aktiv gegen Militarisierung, Krieg und Wehrpflicht einsetzen, gibt es an der Bewegung inzwischen auch Kritik.
Nach Recherchen des Hessischen Rundfunks sind die bisherigen Streiks maßgeblich von der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und ihrer Jugendorganisation SDAJ vorbereitet worden. Es gebe zahlreiche personelle und inhaltliche Überschneidungen.




