In Rheinland-Pfalz hat der konfessionelle Religionsunterricht in Schulen in den zurückliegenden zehn Jahren fortlaufend an Zuspruch verloren. Im aktuellen Schuljahr 2025/2026 besuchten mehr als 169.000 Schüler:innen Ethikunterricht, wie aus einer Statistik des Mainzer Bildungsministeriums hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst vorliegt. Zum katholischen Religionsunterricht waren rund 140.000 Schüler:innenangemeldet, zum evangelischen 118.000.
Während die Zahl der Ethik-Schüler:innen sich seit 2015 mehr als verdoppelte, sank somit die Teilnehmerzahl am konfessionellen Religionsunterricht der großen Kirchen im selben Zeitraum um rund 20 Prozent.
Bei der überwiegenden Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen stimmten eigenes Bekenntnis und das gewählte Schulfach überein. Allerdings nahm eine fünfstellige Zahl evangelischer und katholischer Schüler:innen am Unterricht der anderen Konfession oder am Ethikunterricht teil. Umgekehrt waren fast 30.000 konfessionslose Schüler:innen zum konfessionellen Religionsunterricht angemeldet.
Die meisten muslimischen Kinder wählen Ethik
Eine besondere Situation gab es laut Statistik bei muslimischen Schüler:innen. Von ihnen besuchte die überwiegende Mehrzahl den Ethik-Unterricht, lediglich vier Prozent hatten islamischen Religionsunterricht. Dieser wird in Rheinland-Pfalz noch immer lediglich als Modellprojekt an ausgewählten Schulstandorten angeboten. Mit rund 2.900 Teilnehmer:innen fällt er bislang statistisch kaum ins Gewicht.
Neben Ethik, katholischer und evangelischer Religion sowie dem Modellprojekt für islamische Religion bieten einige Schulen in Rheinland-Pfalz auch Religionsunterricht für knapp 1.700 Schüler:innen, die der mennonitischen Freikirche angehören. Jüdischen und alevitischen Religionsunterricht besucht jeweils nur eine geringe Anzahl von Kindern und Jugendlichen.



