USA gedenken der Terroranschläge

Amerikanische Feuerwehrfrau spricht ein Gebet

© Jason Szenes/epa/dpa

Eine Feuerwehrfrau in New York spricht ein Gebet während einer Schweigeminute für ihre verstorbenen Kollegen. Zwei Jahrzehnte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gedenkt das gesamte Land der Opfer.

11. September
USA gedenken der Terroranschläge
Zwei Jahrzehnte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gedenken die USA am Samstag bei Veranstaltungen im ganzen Land der fast 3.000 Todesopfer.

US-Präsident Joe Biden wird an der Gedenkstätte in New York, am Pentagon in Washington sowie in Shanksville im US-Staat Pennsylvania erwartet. In zahlreiche Orten kommen Menschen zusammen, um der Opfer zu gedenken und um Feuerwehrleute und Ersthelfer zu ehren. Kirchenglocken sollen läuten.

Die im Fernsehen übertragene Hauptzeremonie am Vormittag in Manhattan konzentriere sich auf Opfer und Hinterbliebene, kündigte die Präsidentin der 9/11-Gedenkstätte, Alice Greenwald, an. Von den Hinterbliebenenfamilien hätten 40 Prozent keine sterblichen Überreste ihrer Angehörigen erhalten. Für diese Menschen sei das Memorial zugleich ein Friedhof, sagte Greenwald. Bei der Zeremonie sollen Hinterbliebene die Namen der Opfer verlesen.

Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen Passagierflugzeuge entführt und in das World Trade Center in Manhattan und in das Verteidigungsministerium gesteuert. Die Türme in New York stürzten ein. Im Pentagon entstand ein Großbrand. Eine vierte Maschine stürzte bei Shanksville ab, Ziel der Entführer war möglicherweise das Weiße Haus. Laut einer Erhebung der Zeitung "Washington Post" und des Fernsehsenders ABC sind 86 Prozent der US-Amerikaner der Ansicht, die Anschläge hätten dauerhafte Auswirkungen auf die USA gehabt.

Zahlreiche Kirchen planen Gottesdienste

Offiziell heißt der Jahrestag aufgrund eines Kongressbeschlusses vom Dezember 2001 "Patriot Day". Bei Veranstaltungen werden vielerorts auch Angehörige der Streitkräfte gewürdigt. Zahlreiche Kirchen planen Gedenkgottesdienste. Die Nationalkathedrale in der Hauptstadt Washington stellt Fotos der 343 Feuerwehrleute aus, die am 11. September ums Leben kamen.

Der größte ökumenische Verband der USA, der Nationale Kirchenrat, mahnte zum Jahrestag, die Kriege der USA in zwei Ländern dürften nicht außer Acht gelassen werden. Hunderttausende Menschen seien in Afghanistan und im Irak ums Leben gekommen. "Wir beten für die Toten und für die Trauernden", hieß es in einer Erklärung.

Das Fernsehen zeigt zum 20. Jahrestag zahlreiche Sondersendungen. Der Sender National Geographic präsentiert eine Doku-Serie mit Augenzeugenberichten von Rettern und Überlebenden. Netflix und Apple TV bieten Dokus an. Ein Mehrteiler von Filmemacher Spike Lee bei HBO war bereits im Voraus in die Kritik geraten, weil Lee Verschwörungstheoretiker zu Wort kommen lassen wolle, die den Hergang der Anschläge in Frage stellen. Laut "New York Times" hat Lee die umstrittenen Passagen gestrichen.

Vor dem Jahrestag hatte es Streit um Geheimdokumente zu den Anschlägen gegeben. Im August schrieben rund 1.600 Hinterbliebene und Überlebende an Biden, er solle erst gar nicht zur Gedenkfeier kommen, wenn er nicht bestimmte Geheimunterlagen freigebe. Dabei geht es um Papiere, die angeblich Informationen über eine Verwicklung Saudi-Arabiens enthalten könnten. 15 der 19 Attentäter stammten von dort. Am 3. September ordnete Biden an, die Bundespolizei FBI müsse bestimmte Ermittlungsdokumente zu 9/11 freigeben.

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