Bischöfin Hofmann für Verbot von "Judensternen" auf Demonstrationen

Beate Hofmann,Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck macht Druck gegen Nazi Symbole

© epd-bild/www.medio.tv/Christian Schauderna

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, hat ein Verbot des Tragens von Motiven aus der NS-Diktatur auf Demonstrationen gefordert, die zuletzt bei Demonstrationen gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen gezeigt wurden.

Bischöfin Hofmann für Verbot von "Judensternen" auf Demonstrationen
Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann, hat ein Verbot des Tragens von Motiven aus der NS-Diktatur auf Demonstrationen gefordert. In einem auf der Internetseite der Landeskirche veröffentlichten Brief an die Oberbürgermeister der Städte Kassel, Hanau, Marburg und Fulda bezeichnete Hofmann solche Motive als unerträgliche Verunglimpfung der Opfer des Holocausts.

Bei den Demonstrationen gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen war unter anderem vermehrt ein "Judenstern" mit der Aufschrift "ungeimpft" zu sehen, aber auch die Stilisierung des Eingangsportals des NS-Konzentrationslagers Auschwitz mit den Worten "Impfen macht frei". EKKW-Bischöfin Hofmann weist in dem Brief darauf hin, dass die Stadt München bereits untersagt habe, den NS-Symbolen nachgeformte Davidssterne auf Demonstrationen zu tragen.

"Bei aller Meinungs- und Demonstrationsfreiheit kann nicht hingenommen werden, dass das Andenken an die Opfer des Holocaust zu derartigen zynischen Inszenierungen im Protest gegen angebliche diktatorische Maßnahmen des Staates instrumentalisiert wird", schreibt Hofmann. Dadurch werde das entsetzliche Leiden der Opfer bagatellisiert und die Verbrechen der Nazi-Diktatur verharmlost. Mitte Juni hatte bereits der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung die gleiche Bitte an Kommunen des Kirchengebiets gerichtet.

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