Berliner Autokorso für Deniz Yücel

Berliner Autokorso für Deniz Yücel
Mit einem Autokorso haben zahlreiche Unterstützer von Deniz Yücel am Sonntag in Berlin gegen die Festnahme des Türkei-Korrespondenten der "Welt" protestiert. Sie veranstalteten Hupkonzerte und forderten auf Plakaten wie "Free Deniz" oder "Journalisten sind keine Terroristen" die Freilassung des 43-Jährigen sowie anderer Journalisten, die derzeit in der Türkei inhaftiert sind.

Schätzungen zufolge beteiligten sich mehrere hundert Menschen mit über 60 Fahrzeugen. Einer der Initiatoren sagte auf epd-Anfrage, es könne möglicherweise weitere Protestveranstaltungen gegen die Festnahme von Journalisten in der Türkei geben. Zu der Aktion am Sonntag war kurzfristig in sozialen Netzwerken unter #Korso4Deniz aufgerufen worden. An dem Autokorso nahmen den Angaben zufolge zahlreiche Mitarbeiter von Medien teil.

Yücel befindet sich seit Dienstag in türkischem Polizeigewahrsam. Er hatte sich nach Angaben der "Welt" ins Polizeipräsidium Istanbul begeben, um Fragen zu seinen Berichten über eine Hacker-Attacke auf das E-Mail-Konto des türkischen Energieministers zu beantworten. Die Behörden werfen dem Korrespondenten demnach Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Terrorpropaganda vor. Der 43-Jährige hat nach Angaben der "Welt" sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Nach dem derzeit in der Türkei geltenden Ausnahmezustand kann die Polizei Yücel bis zu 14 Tage lang festhalten, bevor er einem Haftrichter vorgeführt werden muss.

Mehr Informationen zum Protest auf Twitter unter #Korso4Deniz und #FreeDeniz.

Meldungen

Top Meldung
Brandenburger Tor in Berlin mit Anti-AfD-Schild
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat nach dem Anschlag von Hanau zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen.