Mein Brief an die AfD

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Spiritus Blog mit Beatrice von Weizsäcker
Geistvoll in die Woche
Mein Brief an die AfD
Die Partei vertritt das Gegenteil von allem, was mir wichtig ist. Dagegen wehre ich mich. - Ein Meinungsblog.

Niemals dürfen wir vergessen, dass jedes Leben kostbar ist. Und jeder Mensch Würde hat. Von Gott gewollt. Festgehalten in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Und vom Grundgesetz geschützt. Doch die AfD schert sich nicht darum. Darum habe ich ihr einen Brief geschrieben.

 

An die Damen und Herren von der AfD,

ihr macht mir keine Angst. Ich bekämpfe euch. Jeden Tag.

Ihr wollt das Bildungswesen ändern. Mehr Bismarck, weniger Hitler. Für wie blöd haltet ihr uns? Von Bismarck habt ihr gar nichts. Von den Nationalsozialisten dagegen viel. Das glaubt ihr nicht? Dann nenne ich euch ein paar Beispiele:

Ihr hasst Geflüchtete und Migrant:innen. Ihr wollt sie „remigrieren“. Vergesst es. Ich bin Juristin und weiß, was im Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das ist eine Lehre aus der NS-Zeit. Damit sind alle gemeint, die hier leben. Ausländer:innen, Deutsche. Selbst ihr. 

Ihr redet von „Recht und Ordnung“. Dass ich nicht lache. Ihr missachtet beides. Das Recht, den Rechtsstaat, das Demokratieprinzip. 

Ihr mögt keine Menschen mit Behinderung. Auch das erinnert an die finstersten Zeiten. Merkt ihr das nicht?

Ihr wollt Menschen wie mich unterdrücken. Frauen. Queers. Ihr wollt Gleichstellungsrechte abschaffen, Förderprogramme streichen und das Gendern verbieten. Vergesst es. Damit kommt ihr nicht durch. Ich werde übrigens auch weiter gendern. 

Ihr negiert den Klimawandel. Gleichzeitig glorifiziert ihr deutsche Kinder. Ist euch deren Leben egal?

Ihr wollt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen. Das zeigt, wes Geistes Kind ihr seid. Ihr plant gleichgeschaltete Medien. Das beweist ihr selbst. Fragen von angeblich „linken“ Journalist:innen beantwortet ihr erst gar nicht.

Ihr beruft euch auf das Christentum und verkehrt es in sein Gegenteil. 

Apropos: Ich habe einen christlichen Fürsprecher, von dem ihr nur träumen könnt. Es ist Papst Leo. Als er am 4. Juli die Insel Lampedusa besuchte, sagte er: „Niemand ist ohne Verantwortung. Alle verfügen über einen eigenen Handlungsbereich, und genau dort – nirgendwo anders – sind wir aufgerufen, zu entscheiden, ob wir die Logik der Stärke nähren (und sei es nur durch Gleichgültigkeit, Zynismus, Lüge oder Hass) oder die Logik des Friedens hochhalten (mit Wahrheit, Besonnenheit, Nähe und Fürsorge).“ 

Der Papst sprach von der Welt. Bei uns seid ihr gemeint. Ihr verbreitet Hass. Zynismus. Und Lüge. Ich wehre mich gegen euch. Mit Entschlossenheit. Haltung. Und Wahrheit. 

Ihr macht mir keine Angst. Ich kämpfe gegen euch. Jeden Tag. Und jetzt erst recht. Weil ihr das Gegenteil von allem seid, was mir wichtig ist.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die AfD den Brief liest oder die Partei sich ändert. Aber nichts zu tun, ist nicht mein Ding. 

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