Die Hoffnung hat zugenommen

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Spiritus Blog mit Bettina Schlauraff
Geistvoll in die Woche
Die Hoffnung hat zugenommen
Unpopuläre Nachrichten für die, die ihre Macht auf Angstgespenster bauen

Sicherlich hast Du es noch nicht gehört. Solche kleinen Meldungen gehen ja gerne mal unter. Aber nichts ist in den letzten Zeiten so gewachsen, wie die Hoffnung. Sie wächst jeden Tag, wo Menschen einen Schritt aus dem Betroffenen hinausgehen, sich anrühren lassen, den Kopf schütteln, das Bessere in den Blick nehmen. Sie wächst mit der Sehnsucht, sie sprießt völlig unverschämt neben dem Unmut und der Resignation. Sie blitzt mitten in Deinen Geist mit dem neuen Hören von alten Texten: „Ich bin bei Euch alle Tage.* Sie swingt unverhohlen an Alltagsecken mit dem Summen großer neuer Lieder: „Immerfort, immerfort... gebt auf Eure Liebe acht!* 

Das alles sind Hoffnungsauslöser in Dir, von bisher unbekanntem Ausmaß. Das Spannende ist, dass man sich keine Hoffnung machen kann, aber jeder Blick ins Ungewisse und jedes Rütteln am eigenen Leben, unmittelbar Hoffnungswachstum auslösen. Ein wildes rotzig-trotzendes Aufbegehren des Lebens, das sich nicht erdrücken lassen wird. 

Deine innere Grundausstattung hat einen Hoffnungs-Ausschütter, der sogar völlig irrationale Hoffnung kennt, unsichtbare Hoffnung, Mikrohoffnung, Gegenhoffnung und Immernoch-Hoffnung. Wie ein unbändiges, immer wieder hochkommendes Unkraut sprießt die Hoffnung einfach dazwischen. Ungute Zeiten sind ihr Lieblings-Metier. Da kann sie sich am besten einschleichen, gemeinsam mit Lebenswillen und einer dicken Gut-ig-keit, die genauso unsteuerbar ins Leben rollert. Den Pflanzen nicht unähnlich, schlägt sie neu aus, sät sich selbst aus, überfliegt Trockenzonen und bohrt sich durch den Beton. 

Niemand berichtet derzeit darüber: aber sei gewiss! Die Hoffnung liegt wie ein fetter Riesenpilz genüsslich unter der Oberfläche der Seelen, sie tickert gegen Dein Herz, sie kitzelt Deine Wut und Deinen Trotz. Sie lässt Dich aufbrechen oder zumindest etwas für möglich halten. Sie hat ein Wurzelwerk, das kaum zu berechnen wäre, digital nicht darstellbar. 

Darum setze auf die Hoffnung, sie ist verlässlich und treu, eine Stehaufkraft. Sie ist grundsätzlich die Letzte, die geht. Sie lässt immer ein paar Samen zurück, eine Ranke, ein Stück Wurzel. Sie ist der Sender für Gottesbedarf und klickt einfach mit anderen Hoffnungen ein, wenn jemand neben Dir auch Hoffnung hat. Die Hoffnung lässt sich singen und aussprechen. Sie ist nicht konfiszierbar. Und ja, ich schreibe wie eine, die noch Hoffnung hat. Aber sieh. Genau das ist es ja. 

 

#challenge: Deine Hoffnung nicht mehr kleinreden.

 

*Die Bibel
**H.Grönemeyer "Immerfort"

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