Atomwaffe

<p>Der 4. kirchliche <a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/157830/07-07-2019/750-menschen-bei-christlichem-aktionstag-gegen-atomwaffen-buechel" target="_blank">Aktionstag gegen Atomwaffen am Fliegerhorst Büchel</a> in der Eifel beginnt am 3. Juli mit einer Schweigeminute um 11.58 Uhr. Im Anschluss predigt&nbsp;der Präsident von Pax Christi Deutschland, der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, in einem ökumenischen Gottesdienst, wie der <a href="https://www.evangelische-friedensarbeit.de/" target="_blank">Verein für Friedensarbeit</a> im Raum der <a href="http://www.ekd.de" target="_blank">Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)</a>&nbsp;in Bonn ankündigte. Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, der Geistliche Beirat von Pax Christi Deutschland, Diakon Horst-Peter Rauguth, und Ulrich Suppus von der Hunsrücker Friedensbewegung wirken mit. Am Fliegerhorst Büchel sollen die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland lagern.&nbsp;</p>

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<p>Zur Teilnahme am Gottesdienst ist coronabedingt die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung solle aber auch in einem Livestream zu sehen sein. Die für den Aktionstag vorgesehenen Kultur- und Redebeiträge könnten vorab als kurze Videos auf der Internetseite des kirchlichen Aktionstages abgerufen werden.&nbsp;2020 musste der kirchliche Aktionstag coronabedingt komplett virtuell stattfinden. Kohlgraf und die westfälische Präses Kurschus hielten Grußworte.</p>

<p>Die verantwortliche Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ hat sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören den Angaben zufolge derzeit Christ:innen&nbsp;aus den evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, Westfalen, dem Rheinland und Württemberg sowie Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi an.</p>

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<h2>Aufstehen gegen den Schrecken - Der Weg zum Verbot atomarer Mittelstreckenraketen</h2>

<p>30. August 1976: Die ersten Raketen des Typs RSD-10 Pioner (Nato-Codename SS-20) sind in der UdSSR einsatzbereit. Mit ihnen will die Sowjetarmee einerseits alte Mittelstreckenraketen ersetzen, aber auch ihr nukleares Potenzial ausweiten, denn die neuen Raketen tragen gleich drei atomare Sprengköpfe.</p>

<p>12. Dezember 1979: Die Nato verkündet ihren "Doppelbeschluss". Sie will einerseits mit den Sowjets Gespräche über den Abbau von Mittelstreckenraketen führen, andererseits Atomwaffen stationieren, wenn diese Gespräche scheitern sollten.</p>

<p>10. Oktober 1981: Demonstration im Bonner Hofgarten gegen die Nachrüstung mit 300.000 Teilnehmern. Zu einer zweiten Demonstration in Bonn am</p>

<p>10. Juni 1982 kommen sogar rund 500.000 Menschen. Zu den Rednern gehört der DDR-Pfarrer Heino Falcke.</p>

<p>25. Januar 1982: Die "Frankfurter Rundschau" veröffentlicht den "Berliner Appell" der DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann und Robert Havemann, der zur Abrüstung in Ost und West auffordert. Die DDR-Behörden reagieren hart: Havemann befand sich schon zuvor im Hausarrest, Eppelmann wird mitten aus einer Konfirmandenstunde heraus festgenommen.</p>

<p>22. Oktober 1983: An einem bundesweiten Aktionstag nehmen rund eine Million Menschen teil. Hunderttausende bilden eine 108 Kilometer lange Menschenkette zwischen Stuttgart und Neu-Ulm. Auf der Bonner Hofgartenwiese kommen 200.000 Menschen zusammen.</p>

<p>22. November 1983: Nach ergebnislosen Abrüstungsverhandlungen stimmt der Bundestag der Stationierung von US-Mittelstreckenraketen des Typs Pershing II und landgestützten Tomahawk-Marschflugkörpern zu.</p>

<p>8. Dezember 1987: Michail Gorbatschow und Ronald Reagan unterzeichnen in Washington den INF-Vertrag. Er verbietet alle landgestützten atomaren Flugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern.</p>