EKD-Präses Schwaetzer fordert neue Abrüstungsinitiativen

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, hat neue Anläufe für Abrüstung und Frieden gefordert.

Foto: epd-bild / Norbert Neetz

Dass man mit dem Friedensappell der biblischen Bergpredigt durchaus Politik machen kann, führt Irmgard Schwaetzer in ihrem Manuskript über Abrüstung und Frieden an.

EKD-Präses Schwaetzer fordert neue Abrüstungsinitiativen
Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, hat neue Anläufe für Abrüstung und Frieden gefordert. Die Welt brauche keine Vorbereitungen "für den Albtraum von einem beherrschbaren Atomschlag", wie dies von Atommächten diskutiert werde, sondern neue Abrüstungsinitiativen, sagte Schwaetzer am Montag in einer Predigt im brandenburgischen Gadow bei Wittstock.

Abrüstung in einer Welt mit Atomwaffen, autonomen Waffensystemen und Cyberwar erfordere neben dem Willen zum Frieden auch den Aufbau von Vertrauen und "Verträge jenseits aller Naivität".

Anlass des Gottesdienstes war der neunte Jahrestag der Aufgabe des "Bombodroms" bei Wittstock durch die Bundeswehr. Nach einem jahrelangen Prozessmarathon und einer von der Bürgerinitiative "Freie Heide" organisierten Protestkampagne hatte das Bundesverteidigungsministerium am 9. Juli 2009 den Verzicht auf die militärische Nutzung des ehemaligen sowjetischen Militärgeländes im Nordwesten Brandenburgs bekanntgegeben. An der Kampagne gegen das "Bombodrom" hatten sich auch zahlreiche Vertreter der evangelischen Kirche beteiligt.

Dass man mit dem Friedensappell der biblischen Bergpredigt durchaus Politik machen könne, zeige auch das Aus für die Militärpläne bei Wittstock, sagte die frühere FDP-Bundesministerin Schwaetzer laut Manuskript. "Freie Heide, das ist die Rückgewinnung eines Stückes wunderbarer Natur von menschengemachter Zerstörung" und "ein kraftvolles Statement für friedliches Zusammenleben und gegen den Krieg als Mittel zur Austragung von Konflikten", betonte sie. Das Aus für das "Bombodrom" sei "ein sichtbares Zeichen für die Kraft von zivilgesellschaftlichem Engagement gegen die Logik von Politik, aber auch für die Veränderbarkeit von Politik".