Kirchen fordern mehr politische Schritte für atomwaffenfreie Welt

Kirchen fordern mehr politische Schritte für atomwaffenfreie Welt
Die evangelische und katholische Kirche in Deutschland fordern anlässlich des 75. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima mehr Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt.

"Im Andenken an die Todesopfer des 6. August 1945 fordern wir heute gemeinsam die politisch Verantwortlichen dazu auf, ernsthafte und zielorientierte Schritte in eine nuklearwaffenfreie Welt zu gehen", heißt es in einer Erklärung, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz am Freitag veröffentlichten. Es bedürfe der Wiederaufnahme vertrauensvoller Dialoge und des politischen Willens zur Veränderung. "Ein erstes und eindrückliches Zeichen sollte die Annahme und Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrags der UNO - auch durch Deutschland - sein."

Das politische Ziel müsse ein "Global Zero" bleiben: eine Welt ohne Atomwaffen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Heiner Wilmer, und des Friedensbeauftragten des EKD-Rats, Renke Brahms. "Aktuell müssen wir eine fatale Deregulierung internationaler Nuklearwaffenabkommen und Rüstungspolitik erleben." Eingebettet in die globale Krise der Diplomatie rücke dadurch die Gefahr atomarer Gewalteskalation in greifbare Nähe.

Genährt werde diese Sorge durch das Bestreben, vorhandene nukleare Waffensysteme zu modernisieren, um ihre Einsatzfähigkeit zu erhalten oder an veränderte Bedrohungsszenarien anzupassen. "Auch 'neue' Gefährdungslagen - Cyberwar, Terrorismus und Handelskriege - stellen die strategische Bedeutung dieser Waffensysteme fundamental infrage."

Weltweit gedenken Menschen am 6. August des Atombombenabwurfs über der japanischen Stadt Hiroshima durch die US-Luftwaffe am Ende des Zweiten Weltkriegs. Am 9. August 1945 explodierte eine weitere Atombombe über Nagasaki. Insgesamt starben in Hiroshima und Nagasaki 90.000 Menschen sofort, weitere 130.000 bis Ende des Jahres an den Folgen der Atombombenabwürfe.

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