Christliche Projektgruppe fordert von EKD klares Nein zu Atomwaffen

Nein zu Atomwaffen

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Evangelische und katholische Christen fordern von der Evangelischen Kirche in Deutschland ein klares Nein zu Atomwaffen.

Christliche Projektgruppe fordert von EKD klares Nein zu Atomwaffen
Evangelische und katholische Christen fordern von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein klares Nein zu Atomwaffen. Die EKD müsse sich deutlich für ein Verbot von Atomwaffen und deren Ächtung aussprechen, erklärte die Projektgruppe "Kirchen gegen Atomwaffen" am Mittwoch in Bonn.

"Angesichts eines drohenden nuklearen Rüstungswettlaufs nach der Aufkündigung des INF-Vertrages, aber auch der Ankündigung der Atommächte, ihre Waffenarsenale modernisieren zu wollen, ist hier ein klares Wort der evangelischen Kirche dringend nötig", mahnte die Gruppe aus Vertretern evangelischer Landeskirchen und der katholischen Friedensbewegung Pax Christi auf ihrer Sitzung in Frankfurt.

Der INF-Vertrag zu nuklearen Mittelstreckenwaffen von 1987 zwischen den USA und der Sowjetunion gilt als zentrale Wegmarke zur Beendigung des Kalten Kriegs. Anfang Februar hatten die US-Regierung und Russland sich gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vorgeworfen und den Vertrag aufgekündigt.

EKD müsse den Landeskirchen folgen

Die EKD-Synode in Dresden im November, bei der Friedensthemen im Mittelpunkt der Beratungen stehen sollen, sollte sich mit dem nuklearen Rüstungswettlauf beschäftigen, forderte die Projektgruppe. "Viele Landeskirchen haben sich bereits für ein Atomwaffenverbot, für die Aufnahme eines Atomwaffenverbots in das Grundgesetz und einen Abzug der Nuklearwaffen aus Deutschland ausgesprochen. Jetzt ist die EKD am Zuge."

Die Projektgruppe ruft erneut am 7. Juli, dem Jahrestag der Verabschiedung des Atomwaffenverbotsvertrages durch 122 Staaten, zu einem Aktionstag am letzten deutschen Atomwaffenstützpunkt in Büchel in der Eifel auf. Dabei wird die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann in der Andacht am dortigen Fliegerhorst die Predigt halten. Im vergangenen Jahr hatte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms (Bremen) die Bundesregierung aufgefordert, sich dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag anzuschließen und sich dafür starkzumachen, dass die letzten Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden. Außerdem hatte er sich Anfang Februar kritisch über die Aufkündigung des INF-Vertrags geäußert.

Die Projektgruppe "Kirchen gegen Atomwaffen" hatte sich im Dezember 2017 auf Initiative des badischen Forums Friedensethik gebildet. Ihr gehören derzeit Christen aus den evangelischen Landeskirchen in Baden, Bayern, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, dem Rheinland und Württemberg an sowie Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi.