Ökumene und Weltreligionen

Der Blick über den eigenen Tellerrand lohnt sich immer – gerade in religiösen Dingen. Vor allem die drei „Buchreligionen", Judentum, Christentum und Islam, haben viele Gemeinsamkeiten und Überschneidungen. Hier können Sie einige davon finden – und auch die Unterschiede, die das religiöse Leben so bunt machen.
Hallo Frau Klee,

obwohl ich dem christlichen Glauben schon seit meiner Kindheit angehöre, habe ich mich schon sehr oft gefragt, woher man eigentlich weiß/wissen kann, dass man an die Religion glaubt, die auch tatsächlich wahr ist.
Mir ist bewusst, dass man beim Thema Glaube nie absolute Gewissheit haben kann, aber ich denke, es muss doch aus (religions)wissenschaftlicher bzw. theologischer Sicht irgendwelche Anhaltspunkte geben, die einem helfen, aus dem Dschungel der Weltreligionen jene zu finden, die auch der Wahrheit entspricht.
Ich wende mich an Sie, da ich bei meiner Internetrecherche nicht die Antworten bekommen habe, die ich suche, denn es werden zwar zumindest vage die Unterschiede zwischen den einzelnen Religionen oder deren Entstehungszeitpunkte aufgezeigt, aber die eigentliche entscheidende Frage wird nicht beantwortet.
Nun meine ganz konkrete Frage: warum sind Sie überzeugte Christin und nicht Jüdin, Muslima, Anhängerin des Buddhismus oder des Hinduismus?
Gibt es rationale Gründe, warum Sie glauben, dass das Christentum die richtige Religion ist?
Ist es die Einzigartigkeit der Bibel, die Sie glauben lässt, die sich darin zeigt, dass sie eine moralische Lehre beinhaltet, die eigentlich nicht menschengemacht sein kann, da sie dem Normalempfinden des Menschen radikal entgegensteht (zum Beispiel: das Prinzip der Feindesliebe oder die Erweiterung Jesu des fünften Gebotes auf den Grundsatz, dass Hass mit Mord gleichzusetzen ist, etc.)?
Ist es schlicht und ergreifend die Lehre Jesu, die in sich schlüssig/logisch ist?
Oder die Tatsache, dass so viele der im AT prophezeiten Geschehnisse später auch eingetroffen sind (wobei dies ja teilweise auch auf andere Religionen zutrifft, wenn ich mich richtig an das zuvor Gelesene erinnere)?

Auch beinhaltet der Koran beispielsweise Erzählungen und einige Propheten, die auch im AT der Bibel vorkommen.
Worin genau liegt denn beispielsweise der Unterschied zwischen der Lehre der Bibel und des Korans bzw. dem islamischen Glauben im Allgemeinen (bis auf die Tatsache, dass Muslime nicht an Jesus als Gottes Sohn und Retter glauben)?
Wirken die Inhalte des Korans nicht so in sich schlüssig wie jene der Bibel?
Ist dies ein entscheidender Punkt?

Es ist für mich sehr wichtig, eine Antwort auf diese Frage zu finden, da ich mir sehr wünsche, dieses ganze Hinterfragen endlich hinter mir lassen zu können, und mich dem christlichen Glauben ohne schlechtes Gewissen wegen meiner Zweifel weiterhin widmen zu können.
Ich entschuldige mich bereits jetzt für die ausführliche Konkretisierung meiner eigentlich sehr kurzen Frage und freue mich schon jetzt auf eine Antwort von Ihnen.
Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße
Marie