Jüdische Theologin Levinson zum 100. Geburtstag gewürdigt

Jüdische Theologin Levinson zum 100. Geburtstag gewürdigt

Zum 100. Geburtstag der jüdischen Theologin Pnina Navè Levinson (1921-1998) am Samstag haben Vertreter von Judentum und Kirchen die Pionierin des jüdisch-christlichen Dialogs gewürdigt. Die gebürtige Berlinerin, die zunächst den Namen Paula Fass trug, habe sich stets für Pluralismus, Geschlechtergerechtigkeit und Dialog eingesetzt, erklärten leitende Repräsentanten der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland, der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam und des Instituts Kirche und Judentum an der Humboldt-Universität zu Berlin am Freitag.

Es sei an der Zeit, der Wegbereiterin der Frauen im Rabbinat "endlich die Würdigung zu geben, die ihr gebührt", betonte die Rabbinerin und Paderborner Professorin Elisa Klapheck: "Von ihrer Leistung profitiert das jüdische Leben bis heute." Ab 2022 soll den Angaben zufolge mit jährlichen Vorlesungen an Levinson erinnert werden.

Pnina Navè Levinson habe als jüdische Feministin, rabbinische Theologin und Mitbegründerin der liberalen Jerusalemer Synagogengemeinde Har-El Bedeutendes geleistet, erklärten der Vorsitzende der Rabbinerkonferenz, Andreas Nachama, der geschäftsführende Direktor der School of Jewish Theology, Daniel Krochmalnik, und der Leiter des Instituts Kirche und Judentum, Christoph Markschies.

Nach der Emigration 1935 ins damalige Palästina habe sie ab 1967 lange als Wissenschaftlerin in Heidelberg gewirkt, dort die Gründung einer jüdisch-theologischen Hochschule angeregt und auch in Deutschland liberale jüdische Positionen vertreten, hieß es. Pnina Navè Levinson starb am 3. August 1998 in Jerusalem.

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