Digitales Verzeichnis für Orgelmusik entsteht

Pfeifenprospekt der Barockorgel in der St.-Severi-Kirche Otterndorf
epd-bild/Jens Schulze
Musikstücke sind häufig an einen bestimmten Orgeltyp gebunden - etwa aus der Zeit des Barock. Eine digitale Datenbank soll die Suche geeigneter Werke erleichtern.
Hilfe für Kirchenmusiker
Digitales Verzeichnis für Orgelmusik entsteht
Ein neues Digitalprojekt soll Musizierenden künftig die Suche nach passender Orgelmusik für Gottesdienste und Konzerte erleichtern. Kirchenmusiker der Universität Greifswald arbeiten seit Oktober 2025 an dem Verzeichnis.

Ein neues digitales Verzeichnis soll Musizierende künftig bei der Suche nach passender Orgelmusik für Gottesdienste und Konzerte unterstützen. Wie die Universität Greifswald mitteilte, arbeiten Kirchenmusiker der Uni Greifswald seit Oktober 2025 an der geplanten Datenbank für Orgelmusik. Das auf drei Jahre angelagte Vorhaben "DOMuCat" (Digital Organ Music Catalog) werde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit etwa 500.000 Euro gefördert, sagte der Greifswalder Musikwissenschaftler Friedrich Kühn.

Er rechne damit, dass die Datenbank 30.000 bis 50.000 Werke von etwa 3.800 Komponisten und Komponistinnen enthalten wird, sagte Kühn. Schwerpunkt sei voraussichtlich Orgelmusik von Komponisten aus Deutschland, Frankreich und England. Die ältesten Kompositionen stammten aus dem 13. Jahrhundert. Wann genau die Datenbank online gehen wird, sei derzeit noch unklar. Das digitale Verzeichnis solle kostenlos nutzbar sein.

Orgelmusik stelle Musikerinnen und Musiker oft vor besondere Herausforderungen, hieß es von der Uni Greifswald. Denn viele Werke seien für bestimmte Orgeltypen geschrieben und ließen sich nicht auf jedem Instrument spielen. Zudem orientiere sich die Auswahl häufig an kirchlichen Festen oder Liedern. Das neue Verzeichnis solle deshalb nicht nur Komponisten und Werke erfassen, sondern auch Informationen zu Inhalt, Anlass und technischen Anforderungen bereitstellen.

Neue Möglichkeiten für Forschung

Die Datenbank werde Angaben aus verschiedenen bestehenden Verzeichnissen bündeln und ergänzen. Dadurch sollen Nutzende gezielt nach Werken suchen können, die sowohl zum Anlass als auch zur verfügbaren Orgel passen. Die Beteiligten versprächen sich davon auch neue Möglichkeiten für die Forschung: Die einheitliche Erfassung großer Datenmengen solle es erleichtern, Entwicklungen und Zusammenhänge in der Orgelmusik zu untersuchen.

Das Projekt "DOMuCat" wird den Angaben zufolge in Greifswald vom Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft betreut. Die technische Entwicklung erfolgt an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz).

Friedrich Kühn will "DOMuCat" am 6.6. in Rostock erstmals vorstellen, und zwar im Rahmen des Ostseeraum-Kolloquiums. Nach früheren Angaben der Kultusministerkonferenz gibt es in Deutschland über 50.000 Orgeln sowie 3.500 hauptamtliche und zehntausende nebenamtliche Organisten.