Soll mehr Einkaufen an Sonntagen möglich sein?

Schild mit der Aufschrift "geschlossen" hängt an einer Ladentür
Getty Images/iStockphoto/FG Trade
Sonntagsöffnung: Rettung für die Innenstädte oder Gefahr für die Erholung?
Sonntags-Shopping
Soll mehr Einkaufen an Sonntagen möglich sein?
FDP und Union drängen auf modernere Regeln beim Sonntagsverkauf. Die EKD hält entschieden dagegen und erinnert an den Wert eines Tages, an dem (fast) alle gleichzeitig frei haben. Doch in der Debatte zeichnen sich bereits deutliche Risse quer durch die Parteien ab.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Steffen Bilger (CDU), hat Forderungen nach mehr Möglichkeiten für Ladenöffnungen an Sonntagen zurückgewiesen. Aktuell sehe er "keinen Bedarf", die Entscheidung des Koalitionsausschusses auszuweiten, sagte Bilger am Dienstag in Berlin. "Zum jetzigen Zeitpunkt noch mehr zu machen, steht in der Koalition bisher nicht zur Debatte", ergänzte er.

Teil eines von den Spitzen von Union und SPD in der vergangenen Woche verhandelten Reformpakets ist, die Sonntagsöffnung von Bibliotheken zu erlauben. Die Öffnungsmöglichkeiten für Bäcker und Konditoreien an Sonntagen sollen ausgeweitet werden. Dort darf bislang laut Arbeitszeitgesetz sonntags nur drei Stunden gearbeitet werden.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Christian von Stetten, hatte sich in der "Bild"-Zeitung (Dienstag) für weitere Möglichkeiten für Ladenöffnungen an Sonntagen ausgesprochen. Er sei für eine großzügige Ausweitung der bisherigen Regelungen. Auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki forderte in der Zeitung "eine echte Flexibilisierung": "Wer Läden zwangsweise geschlossen halten will, darf sich nicht über sterbende Innenstädte beschweren."

Widerspruch kam aus der evangelischen Kirche. Der freie Sonntag sei für die Gesellschaft als Ganzes wertvoll, unabhängig davon, ob ein Mensch an Gott glaubt oder nicht, sagte ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der "Rheinischen Post" (Dienstag). "Es braucht einen Tag in der Woche, an dem möglichst viele Menschen gleichzeitig frei haben", ergänzte er.