Katholische Bischöfe wählen Bätzing-Nachfolger

Die Türme des Würzburger Doms sind hinter dem Frankoniabrunnen zu sehen
Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Türme des Würzburger Doms hinter dem Frankoniabrunnen: ´In Würzburg suchen Deutschlands katholische Bischöfe einen neuen Chef.
Vollversammlung in Würzburg
Katholische Bischöfe wählen Bätzing-Nachfolger
Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Würzburg (23. bis 26. Februar) wählen die katholischen Bischöfe einen neuen Vorsitzenden. Amtsinhaber Georg Bätzing tritt nicht erneut an.

Die katholischen Bischöfe in Deutschland kommen von Montag an zu ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Würzburg zusammen. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die turnusmäßige Wahl eines neuen Vorsitzenden, wie die katholische Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Der Limburger Bischof Georg Bätzing kandidiert nicht erneut.

Der neugewählte Vorsitzende soll am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 56 der derzeit 59 Mitglieder der Bischofskonferenz beraten bis Donnerstag in der fränkischen Stadt. Der Vorsitzende moderiert die Vollversammlung und vertritt die Positionen der Bischofskonferenz nach außen.

Sechs Jahre stand Georg Bätzing an der Spitze des Leitungsgremiums. Die Frage, wer ihm als Vorsitzender nachfolgt, wird auch zu einer Richtungsentscheidung, wie beherzt Reformen in den kommenden Jahren weitergeführt werden. Unter Beobachtern gilt der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz als aussichtsreich. Er ist recht frisch im Amt und Schüler des langjährigen Mainzer Kardinals Karl Lehmann. Ebenfalls möglich wäre der aktuelle Stellvertreter Bätzings, der Fuldaer Bischof Michael Gerber. Allerdings ist er erst seit Kurzem von einer Krebserkrankung genesen.

Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, gibt dieses Amt nun auf.  

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, hatte im Januar mit Respekt auf Bätzings Entscheidung reagiert, nicht erneut für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz zu kandidieren. Sie bedauere diese Entscheidung persönlich, so die Hamburger Bischöfin: "Uns verbindet eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit, in der wir gemeinsam an unterschiedlichen Orten Verantwortung getragen und wichtige Fragen von Kirche und Gesellschaft im guten ökumenischen Miteinander beraten haben. Für diese Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar."

Auch der evangelische Ökumene-Bischof Christian Kopp hat mit großem Bedauern auf die Entscheidung des Limburger Bischofs Georg Bätzing reagiert. "Er war mit seiner feinen Art und in seiner vermittelnden Funktion ein wichtiger Wegbereiter nicht nur in der römisch-katholischen Kirche, sondern auch in der Ökumene", erklärte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ökumene- und Catholica-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Auch wenn Bätzing künftig nicht mehr für die Bischofskonferenz spricht, bleibt er: "Ich verschwinde ja nicht", sagte er Ende Januar in Stuttgart. Und als Bischof von Limburg bleibt er Hüter des "Petrusstabes" - des Hirtenstabs des Apostels Petrus. Ein Teil des Stabs befindet sich heute im Limburger Domschatz. Die Übergabe bei der Bischofsweihe steht symbolisch für die Treue des Limburger Bischofs zu den Nachfolgern des Apostels Petrus, den Päpsten in Rom.

Abstimmung über Satzung der Synodalkonferenz

Inhaltlich wollen sich die Bischöfe in Würzburg unter anderem mit der letzten Vollversammlung des Synodalen Weges befassen. Die Bischöfe müssen der Satzung für ein neues synodales Gremium zustimmen, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam beraten sollen.

Die Synodalkonferenz soll bereits im November erstmals tagen. Auch der Vatikan muss noch seine Freigabe erteilen, was als wahrscheinlich gilt. Außerdem ist ein Studientag zum christlich-muslimischen Dialog geplant.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller 27 (Erz-)Bistümer in Deutschland. Die Vollversammlung ist ihr höchstes Gremium und tritt regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammen.