Neuer Bischof im Heiligen Land: Lutheraner gratulieren

Jerusalem
Hans-Georg Vorndran/Fundus
In der evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem, hier im Foto zwischen der weißen Kuppel Hurva Synagoge (links) und der Grabeskirche mit den grauen Kuppeln, wurde der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land eingeführt.
Amtswechsel im Heiligen Land
Neuer Bischof im Heiligen Land: Lutheraner gratulieren
An den Wirkungsstätten Jesu gab es einen Amtswechsel: Imad Mousa Haddad wurde am Sonntag in der Jerusalemer Erlöserkirche als neuer Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land eingeführt.

Die deutschen Lutheraner haben dem neuen Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land zur Amtseinführung gratuliert. Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, wünscht Imad Mousa Haddad am Montag einen wachen Geist, um in einem schwierigen Umfeld das "Amt der Versöhnung" auszufüllen.

Es sei eine faszinierende und herausfordernde Aufgabe zugleich, in der Nähe der Wirkungsstätten Jesu "über Landesgrenzen und Nationalitäten hinweg eine lutherische Gemeinde zusammenzuhalten." Die Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), die Nordkirchen-Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, wünscht dem neuen Bischof, dass er in "unruhigen Zeiten eine Quelle der Hoffnung für alle verunsicherten und leidenden Menschen in der Region sein kann".

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land und der Lutherische Weltbund (LWB) stünden mit ihrer diakonischen Arbeit in Jerusalem, dem Westjordanland und auch im Gaza-Streifen Seite an Seite in der Hilfe für Menschen in Not. Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Referent für Interreligiösen Dialog im Zentrum Oekumene (EKHN/EKKW), erklärt, dass es sich bei der Einführung um ein "bedeutsames, ökumenisches Ereignis in Jerusalem" handele. 

Einführung in Jerusalemer Erlöserkirche

Imad Mousa Haddad wurde am Sonntag in der Jerusalemer Erlöserkirche in sein Amt eingeführt. Er stammt aus Beit Jala und wurde 2008 ordiniert. Seine bisherigen Stationen umfassen Pfarrdienste in Beit Sahour und Ramallah, bevor er 2020 nach Amman wechselte.

Im Mai 2025 erhielt er die Doktorwürde vom United Lutheran Seminary in Gettysburg/Philadelphia (USA). Haddad ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Der im jordanischen Amman lebende Pfarrer war laut VELKD bereits im Juni 2025 von der Synode zum Nachfolger von Sani Ibrahim Azar gewählt worden, der nun in den Ruhestand geht. 

Mit der Verwendung des Begriffs "Völkermord" für das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen hatte Bischof Sani Ibrahim Azar am Reformationstag vergangenen Jahres kontroverse Äußerungen und Irritationen ausgelöst. Er hatte dies anschließend bedauert, seine Äußerungen seien keine politische Provokation gewesen.

Haddad ist den Angaben zufolge der fünfte Bischof der 1959 gegründeten Kirche, der zurzeit etwa 2.000 Mitglieder in sechs Gemeinden in Jordanien, Jerusalem und dem Westjordanland angehören. Die Wurzeln der Kirche reichen ins 19. Jahrhundert zurück.