Mit Fernsehgottesdiensten haben die beiden großen Kirchen am Sonntag ihre Fastenaktionen gestartet. Die Aktion "Sieben Wochen Ohne" der evangelischen Kirche steht in diesem Jahr unter dem Motto "Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte". Das katholische Hilfswerk Misereor stellt bei seiner Aktion unter dem Motto "Hier fängt die Zukunft an" die Zukunftsperspektiven junger Menschen im globalen Süden und insbesondere die berufliche Bildung in den Mittelpunkt.
Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte als Botschafter der Aktion "Sieben Wochen Ohne" in seiner Predigt in einem ZDF-Fernsehgottesdienst aus der St.-Albani-Kirche in Göttingen, Fremdenfeindlichkeit, Mobbing auf Schulhöfen oder Hass in den sozialen Medien gehörten mittlerweile fast zum Alltag. Dagegen stehe die biblische Botschaft von Mitgefühl und Erbarmen. Sie widerspreche der gewohnten Logik von Macht und Härte: "Die kommenden sieben Wochen können eine Schule auf Zeit sein: eine Zeit, in der wir hören und uns in diese ungewohnte Haltung einüben."
Erinnerung an Leiden und Sterben Jesu
Der Limburger Bischof Georg Bätzing sagte in dem von der ARD übertragenen Eröffnungsgottesdienst in Hofheim am Taunus, die Zukunft sei nicht nur aufgrund der Ausbeutung der Erde und der Klimaerhitzung unsicher. "Wie ist das mit der Zukunft, wenn Präsidenten und Systeme Menschen ihrer Rechte und Chancen berauben?", fragte er und betonte die Möglichkeit eines Neubeginns in Verbindung mit Gott.
Die Misereor-Fastenaktion verdeutlicht ihr Anliegen am Beispiel des zentralafrikanischen Landes Kamerun. Die Misereor-Partnerorganisation Codas-Caritas in der Metropole Douala unterstütze junge Erwachsene auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben. Am 22. März werden in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands für die Arbeit von Misereor Spenden gesammelt.
In den 40 Tagen bis Ostern erinnern sich Christen an das Leiden und Sterben Jesu. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch und Wein oder auch auf den TV-Konsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christinnen und Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet.
Die Fastenaktion "7 Wochen ohne" wurde 1983 gegründet. Mit ihr läutet die evangelische Kirche offiziell die Fasten- oder Passionszeit ein. In den 40 Tagen bis Ostern erinnern sich Christen an das Leiden und Sterben Jesu. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch und Wein oder auch auf den TV-Konsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung.
Ein mit Theologen und Medien-Experten besetztes Kuratorium bestimmt alljährlich nach Aschermittwoch das Motto der Aktion "7 Wochen Ohne" für das Folgejahr. "7 Wochen Ohne" gehört zum Netzwerk des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. Das GEP trägt unter anderem auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd).


