Selbsthilfe für Angehörige von Corona-Toten

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Betroffene haben ein Netzwerk für Corona-Trauernde angestoßen. Mit dabei auch der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (re.).

Trauern
Selbsthilfe für Angehörige von Corona-Toten
In Bayern vernetzen sich Selbsthilfegruppen für Angehörige von Corona-Toten. "Kraft und Heilung liegen im Austausch und der Begegnung", sagt Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Künftig können sich an einer Selbsthilfegruppe Interessierte direkt an eine der 34 Selbsthilfekontaktstellen in ihrer Nähe oder an die Selbsthilfekoordination Bayern wenden. Beteiligt an dem Netzwerk ist auch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche. Trauerende, die einen Angehörigen an Covid-19 verloren haben, hätten besonders hart zu tragen, sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei einer Auftaktveranstaltung in Weiden in der Oberpfalz.

Die Kirche widme sich den Angehörigen bereits mit vielen seelsorgerlichen Angeboten. Selbsthilfegruppen seien aber eine besondere Form, mit Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleiden, gemeinsam durch die Trauer zu gehen. "Die Kraft liegt im Austausch, und Heilung liegt in der Begegnung mit Menschen", sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Wenn Angehörige an Corona sterben, blieben viele Fragen offen, berichtete Antonia Palmer als Betroffene eindrücklich darüber, wie es ihr erging, als ihr Vater starb. "Hätte es geholfen, wenn wir ihn im Krankenhaus hätten besuchen können? War ich möglicherweise selbst Überträgerin?", fragte die 22-jährige Studentin aus Würzburg. Sie habe die erste Selbsthilfegruppe gegründet, um Menschen in ähnlicher Situation kennenzulernen. Die Gruppe treffe sich einmal im Monat digital und habe nach wenigen Wochen schon 40 Mitglieder.

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