"Freier Sonntag gerade in Pandemie wichtig"

Jubiläum des arbeitsfreien Sonntag.

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"Gerade in der Pandemie, in der der Rhythmus des Lebens verloren zu gehen droht, braucht die Gesellschaft den Sonntag, um Kraft und Hoffnung zu tanken und Orientierung zu suchen", sagte Heinrich Bedford-Strohm in einer Videobotschaft zum Jubiläum des arbeitsfreien Sonntag.

"Freier Sonntag gerade in Pandemie wichtig"
Bedford-Strohm: Gerade in Pandemie-Zeiten braucht die Gesellschaft den Sonntag
Spitzenrepräsentanten aus Politik, Kultur, Gewerkschaften und Kirchen haben bei einer digitalen Jubiläumsveranstaltung zur Einführung des arbeitsfreien Sonntags vor 1.700 Jahren für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft geworben. Per Edikt hatte der römische Kaiser Konstantin am 3. März 321 den siebten Tag der Woche in seinem Reich zum allgemeinen Tag der Arbeitsruhe erklärt.

Der Wert des Sonntags als Tag der gemeinsamen Pause ist in Zeiten von Home-Office und zunehmender Kommerzialisierung nach Ansicht des Publizisten Heribert Prantl schützenswerter denn je. Es gebe ein Grundrecht auf die Achtung der Sonntagsruhe, sagte der Jurist am Mittwoch bei der Feier des Bündnisses "Allianz für den freien Sonntag" (Hannover). Und "dieses Sonntagsgrundrecht tut der Gesellschaft gut".

Gerade in der Pandemie, in der der Rhythmus des Lebens verloren zu gehen droht, brauche die Gesellschaft den Sonntag, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm in einer Videobotschaft. Der Tag sei für den einzelnen wichtig, um Kraft und Hoffnung zu tanken und Orientierung zu suchen. Aber er sei auch bedeutend für die Gesellschaft insgesamt. "Wir brauchen einen Tag in der Woche, an dem die Arbeit ruht und wir verlässlich Zeit füreinander haben", sagte Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist.

Festredner Prantl kritisierte die zunehmende Kommerzialisierung der Lebenswelt, die sich auch im Kampf um Ladenöffnungen an Sonntagen und der Abschaffung von Feiertagen zeige. Er sei noch immer empört darüber, "wie sich die evangelische Kirche 1994 den Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag hat abschwatzen und abpressen lassen". Ein guter Feiertag sei da "verdampft wie ein Tropfen auf dem heißen Stein". Stolz sei er daher, dass sich die Kirchen, wenn es um den Schutz des Sonntags geht, gegen den Staat wehren. Es möge "rührend altmodisch" sein, aber trotzdem richtig, so der Autor der "Süddeutschen Zeitung": "Der Sonntag ist dadurch Sonntag, dass er anders ist als andere Tage. Man muss ihn nicht in Anspruch nehmen, jeder kann damit machen, was er will. Aber es ist gut, dass es ihn gibt."

Weitere Redner des Jubiläums waren unter anderem Sonntagsschutz-Experte und Rechtsanwalt Friedrich Kühn, DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sowie der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing.

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