Rheinische Kirche wählt Präses und Finanzchef neu

Präses Manfred Rekowski

© epd-bild/Norbert Neetz

Der 62-jährige Amtsinhaber Manfred Rekowski (rechts), der auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, geht nach achtjähriger Amtszeit als leitender Theologe im März in den Ruhestand.

Rheinische Kirche wählt Präses und Finanzchef neu
Die Evangelische Kirche im Rheinland entscheidet in der kommenden Woche über einen neuen leitenden Theologen und einen neuen Finanzchef. Die wegen der Corona-Pandemie erstmals per Videokonferenz tagende Landessynode verabschiedet zudem den Haushalt für 2021 und diskutiert kirchliche Zukunftsperspektiven.

Weitere Themen der fünftägigen Beratungen sind Flucht und Migration, Klimaschutz und Friedensethik. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat 2,45 Millionen Mitglieder in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen.

Für acht Jahre wählt die Synode bei ihrer Tagung einen neuen Präses. Dieser vertritt die Landeskirche künftig in der Öffentlichkeit und übt den Vorsitz in Landessynode und Kirchenleitung aus. Der 62-jährige Amtsinhaber Manfred Rekowski, der auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, geht nach achtjähriger Amtszeit als leitender Theologe im März in den Ruhestand.

Um seine Nachfolge bewerben sich der aus Bayern stammende Theologieprofessor Reiner Knieling (57), der Leiter der Evangelischen Akademie Frankfurt, Thorsten Latzel (50), und die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk (53), die als erste Frau in das Leitungsamt gewählt werden könnte.

Nachdem Finanzdezernent Bernd Baucks (58) nach achtjähriger Amtszeit seine Bewerbung um eine Wiederwahl zurückzog, entscheidet die Landessynode am kommenden Donnerstag über seine Nachfolge. Der Jurist Henning Boecker (54), bislang Stellvertreter von Baucks, tritt gegen den aus Mönchengladbach stammenden Diplom-Kaufmann Volker Leimert (53) an, der zurzeit bei der Evangelischen Zusatzversorgungskasse in Darmstadt arbeitet.

Die Evangelische Kirche im Rheinland ist mit rund 2,45 Millionen Protestanten die zweitgrößte der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Sie erstreckt sich zwischen Niederrhein und Saar über das Gebiet der ehemaligen preußischen Kirchenprovinz Rheinland. Die 655 Gemeinden, die in 37 Kirchenkreisen zusammengeschlossen sind, liegen in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Präses ist seit 2013 der heute 62-jährige Theologe Manfred Rekowski, der im März in den Ruhestand geht.

Aufgebaut ist die rheinische Kirche nach der presbyterial-synodalen Ordnung, die eine demokratische Organisation von unten nach oben vorsieht. Laienbeteiligung und Selbstverwaltung gehören zu den wesentlichen Elementen. Oberstes Organ ist die Landessynode, die von Montag bis Freitag kommender Woche tagt. Sie bestimmt die Geschicke der Landeskirche und wählt den Präses sowie die 14 weiteren Mitglieder der Kirchenleitung. Am kommenden Donnerstag entscheidet sie über die Rekowski-Nachfolge und die Besetzung weiterer Spitzenämter.

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