Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Behinderten

Behinderte haben mitunter höhere Mobilitätskosten als Nichtbehinderte.

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Behinderte haben mitunter höhere Mobilitätskosten als Nichtbehinderte, daher muss der Pauschalbetrag für Menschen mit Behinderungen im Einkommensteuerrecht erhöht werden.

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Behinderten
Zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen hat der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, die steuerliche Gleichstellung der Betroffenen angemahnt.

Der Pauschalbetrag für Menschen mit Behinderungen im Einkommensteuerrecht sei seit 44 Jahren nicht erhöht worden, erklärte Dusel am Sonntag in Berlin. Dies sei wegen mitunter höherer Mobilitätskosten als bei Nichtbehinderten schlichtweg ungerecht und müsse von der Bundesregierung geändert werden.

Europaweit waren für Sonntag Demonstrationen aus Anlass des europäischen Protesttages geplant. In Berlin war für den Nachmittag ein Protestzug unter der Überschrift "Mission Inklusion - Die Zukunft beginnt mit dir" vorgesehen. Dazu aufgerufen hatte unter anderen der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde". An der Abschlusskundgebung wollte auch der Behindertenbeauftragte Dusel teilnehmen.

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Dusel forderte am Sonntag auch, private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen bei dem Thema stärker in die Pflicht zu nehmen. Barrierefreiheit dürfe sich nicht nur auf den öffentlichen Sektor beziehen: "Menschen mit Behinderungen wollen genauso ins Kino gehen können oder in die Arztpraxis kommen wie alle anderen auch." Barrieren müssten daher auch im privaten Sektor abgebaut werden.