Entwicklungsminister betont Verantwortung Deutschlands in Namibia

Übergabe menschlicher Gebeine an Namibia im August 2018 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin-Mitte.

© epd-bild/Christian Ditsch

Übergabe menschlicher Gebeine an Namibia im August 2018 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin-Mitte.

Entwicklungsminister betont Verantwortung Deutschlands in Namibia
Nach dem Ausfall des Regierungsfliegers in Afrika will Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) seinen deshalb abgesagten Namibia-Besuch baldmöglichst nachholen. Dabei will Müller sich nach dem Stand der deutsch-namibischen Gespräche über die Bewältigung der Kolonialvergangenheit erkundigen.

"Allerdings komme ich als Entwicklungsminister nach Namibia, die Verhandlungen sind in der Hand des Auswärtigen Amtes", sagte Müller dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er äußerte die Erwartung, dass die Gespräche unter Ägide des CDU-Politikers Ruprecht Polenz noch in diesem Jahr ein Ergebnis bringen. Schätzungen zufolge kamen im heutigen Namibia durch Gräueltaten der deutschen Kolonialherrscher Anfang des 20. Jahrhunderts rund 70.000 Menschen ums Leben. Historiker sprechen von Völkermord.

Deutschland stelle sich seiner besonderen historischen Verantwortung, erklärte der Entwicklungsminister. "Pro Kopf sind wir in keinem anderen Land stärker engagiert", sagte er. Individualentschädigungen für Herero und Nama, deren Vorfahren im Vernichtungskrieg der Kolonialtruppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika getötet wurden, werde es aber nicht geben.

Ursprünglich sollte Namibia nach Malawi und Sambia die letzte Station von Müllers Afrika-Reise vom 5. bis 11. Januar sein. Weil jedoch die Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr, mit der Müller unterwegs war, ab Lilongwe (Malawi) ausfiel, musste der Namibia-Besuch abgesagt werden.

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