Auschwitz-Überlebende rufen zu Solidarität mit Juden auf

Christoph Heubner ist geschäftsführender Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees und ruft zum Synagogenbesuch aus Solidarität auf.

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Christoph Heubner , geschäftsführender Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, ruft zur Unterstützung der Kampagne des AJC unter dem Hashtag #ShowUpForShabbat auf.

Das Internationale Auschwitz Komitee hat nach dem Synagogen-Anschlag von Pittsburgh zur Solidarität mit Juden aufgerufen. "Weil sich die Hass-Strategen des Antisemitismus über Kontinente hinweg gegenseitig anstacheln, rufen Auschwitz-Überlebende dazu auf, über Kontinente hinweg zusammenzustehen", erklärte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, am Montag bei einem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers in Polen.

Er rief Kirchen, Politik, Gewerkschaften und Bürger dazu auf, sich am Wochenende an der Kampagne des American Jewish Committee (AJC) zu beteiligen und Synagogen zu besuchen. Damit solle gezeigt werden, "dass die übergroße Mehrheit der Menschen bereit ist, aus dem Schatten der Gleichgültigkeit herauszutreten". Die Kampagne des AJC läuft unter dem Hashtag #ShowUpForShabbat.

"Viel zu sehr hat sich die Welt daran gewöhnt, dass Juden verhöhnt, bedroht und angegriffen werden", sagte Heubner weiter. Die Blutspur des Antisemitismus finde kein Ende. "Noch immer wird jüdischen Menschen nach dem Leben getrachtet", sagte er. "Und wieder protestiert die Welt pflichtschuldigst und wird dem antisemitischen Hasstreiben weiterhin weitgehend wirkungslos gegenüber stehen bleiben." Der Protest der Welt nach den Morden in der Pittsburgher "Tree of Life"-Synagoge werde "wieder viel zu schnell verhallen, wenn wir ihn jetzt nicht aufnehmen".




Am Sonntag hatten mehrere Tausend Menschen in der Stadt Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania an einer Gedenkfeier für die Opfer des Anschlags teilgenommen. Am Sonntag wurden zudem weitere Details zu dem Attentat bekannt. Sicherheitskräfte bestätigten das antisemitische Motiv des mutmaßlichen Täters.

Am Samstag hatte ein bewaffneter Mann in der Synagoge das Feuer eröffnet und elf Menschen getötet. Sechs Menschen wurden verletzt, darunter vier Polizisten. Der mutmaßliche Täter Robert Bowers wurde festgenommen. Nach Medienberichten soll der 46-Jährige einem Sicherheitsbeamten gesagt haben, alle Juden sollten sterben, denn sie begingen Völkermord gegen seine Leute. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Hassverbrechen.