Giffey: Äußerung des Papstes zu Abtreibungen "inakzeptabel"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat in scharfer Form eine Äußerung von Papst Franziskus kritisiert, in der dieser eine Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen hatte.

Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt seien in einer Ausnahmesituation, sagte Giffey am Donnerstag in Berlin. "Sie brauchen unsere Hilfe und Unterstützung - nicht Kriminalisierung. Diese Frauen als Auftragsmörderinnen zu stigmatisieren, ist absolut inakzeptabel", unterstrich die SPD-Politikerin.

Mit Blick auf die Berufungsverhandlung gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel an diesem Freitag forderte Giffey, Frauen müssten alle Informationen bekommen, die sie in einer solchen Situation brauchen. Es gehe um Beratung, Hilfe und Unterstützung: "Anschuldigungen und Beleidigungen sind der falsche Weg", sagte die Ministerin.



Das Landgericht Gießen verhandelt am Freitag über die Berufung der Ärztin. Die Allgemeinmedizinerin war im November vergangenen Jahres vom Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie auf der Internetseite ihrer Praxis über Schwangerschaftsabbrüche informiert hatte. Für das Amtsgericht Gießen handelte es sich dabei um unerlaubte Werbung für Abtreibungen, wie sie durch den Strafrechtsparagrafen 219a verboten ist. Das Urteil löste eine bundesweite Debatte über den Paragrafen aus.