Buchenwald-Mahnmal vor 60 Jahren eingeweiht

Buchenwald-Mahnmal

Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Plastik der Buchenwald-Häftlinge von Fritz Cremer ist vor dem Glockenturm zu sehen. Sechzig Jahre nach der Einweihung des Buchenwald-Mahnmals unweit des ehemaligen Konzentrationslagers bei Weimar sind die Sicherungsarbeiten an der Anlage abgeschlossen.

Die Gedenkstätte Buchenwald hat am Freitag an die Einweihung des Mahnmals vor 60 Jahren erinnert. Das Ensemble des Buchenwald-Mahnmals war nach vierjähriger Bauzeit am 14. September 1958 eingeweiht worden.

Es besteht aus dem weithin sichtbaren "Turm der Freiheit", einer Figurengruppe des Bildhauers Fritz Cremer (1906-1993), einem Stelenweg und Häftlingsgräbern. Das Mahnmal war das erste Nationaldenkmal der DDR und gilt unter Historikern heute als ein Zeugnis der SED-Geschichtspolitik und des antifaschistischen Gründungsmythos des SED-Staates.

Aus Sicht der Gedenkstätte ist das Denkmal eines der bedeutendsten Zeugnisse für die politische Funktionalisierung von Erinnerung und Gedenken in der DDR. Seine Gestaltung interpretiere die Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald ausschließlich als Sieg des kommunistischen Widerstandes über den Faschismus. Selbst der Holocaust bleibe unerwähnt. "Das Mahnmal hatte den Zweck, den demokratisch nicht legitimierten Führungsanspruch der SED historisch zu begründen. Dazu musste die Geschichte entsprechend verzerrt werden", erklärte der stellvertretende Gedenkstätten-Direktor, Rikola-Gunnar Lüttgenau.



Die Monumentalanlage wird seit Jahren umfassend restauriert. So flossen allein in die Sanierung des Stelenweges und der Treppe zum Glockenturm nach Angaben der Gedenkstätte 2,7 Millionen Euro. Für weitere 800.000 Euro wurde der Bereich vor der Figurengruppe instand gesetzt. Das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar wurde 1937 errichtet. Nach neuen Erkenntnissen waren im Lager bis zu seiner Befreiung am 11. April 1945 fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwang die Häftlinge zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie. Mehr als 56.000 Menschen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung.