Pokalfinale: Anstoß gegen Antisemitismus im Fußball

Plakat gegen Antisemitismus
Zentralrat der Juden in Deutschland
Plakataktion des Zentralrats der Juden gegen Antisemitismus im Sport zum Pokalendspiel am Samstag (Bayern München gegen VfB Stuttgart) in Berlin.
Zentralrat der Juden startet Projekt
Pokalfinale: Anstoß gegen Antisemitismus im Fußball
Anlässlich des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart am 23. Mai in Berlin, einem der größten Ereignisse im deutschen Fußball, startet der Zentralrat der Juden in Deutschland am Wochenende sein neues Projekt Anstoß gegen Antisemitismus im Fußball.

Wenn Zehntausende Fans aus ganz Deutschland an diesem Wochenende in Berlin sein werden, will der Zentralrat der Juden diese Fußballpräsenz in der Stadt nutzt, um das Projekt und seine Anliegen sichtbar zu machen. Denn Antisemitismus sei zwar auch im Fußball präsent, bleibe aber zu oft unerkannt, teilte der Zentralrat der Juden am Donnerstag in Berlin mit.

Um diesem entgegenzutreten, würden auf hunderten digitalen Werbeflächen des Außenwerbe-Unternehmens Ströer in ganz Berlin am Samstag die Botschaften "Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus" und "Mitfiebern. Gegen Antisemitismus" zu sehen sein.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erklärte dazu: "Fußball erreicht in Deutschland viele Millionen Menschen, die als begeisterte Fans ihren Teams folgen oder selbst vor Ort im Verein aktiv sind. Leider erleben wir aber, dass der wachsende Antisemitismus auch im Fußball das Miteinander auf allen Ebenen, von der Kreisliga bis in den Spitzensport, bedroht. Dieses Projekt nutzt die einzigartige Position des Fußballs als verbindendes Glied vieler Menschen in unserem Land, um dem Antisemitismus, der in unserer Gesellschaft immer aggressiver auftritt, Paroli zu bieten."

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, stellte Antisemitismus-Aktion zum Fußball-Pokalfinale vor (Archivfoto).

Das Projekt werde durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert. Ministerin Karin Prien teilte mit: "Fußball begeistert Millionen in Deutschland und verbindet Menschen unterschiedlichster Herkunft, Generationen und Lebensrealitäten. Gerade deshalb spielt der Sport eine besondere Rolle für Zusammenhalt, Respekt und demokratische Werte."

Mit dem Projekt "Anstoß gegen Antisemitismus" setze der Zentralrat ein wichtiges Zeichen für Haltung und Miteinander im Fußball. Antisemitismus sei kein Randphänomen und werde zu oft nicht erkannt oder benannt. Prien weiter: "Mit dem Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ unterstützen wir Initiativen, die Dialog fördern, Aufklärung stärken und deutlich machen: Jüdisches Leben gehört dazu - selbstverständlich auch beim Fußball."

Das Projekt verfolgt den Angaben zufolge das Ziel, antisemitismus-kritische Strukturen in Verbänden, Vereinen und unter Fans nachhaltig zu stärken und ein klares Zeichen für Solidarität, Verantwortung und demokratische Werte im Fußball zu setzen. Durch die gezielte Ansprache von Multiplikatoren wirke das Projekt als Katalysator für Vernetzung und Zusammenarbeit. Es eröffne neue Räume für Austausch, mache erfolgreiche Praxisbeispiele sichtbar und baue tragfähige Kooperationen mit zentralen Stakeholdern auf – darunter auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB).