Bischöfin wirbt für solidarische Flüchtlingspolitik

Ilse Junkermann

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Ilse Junkermann erklärt, dass die Fluchtursachen, nicht die Flüchtlinge bekämpft werden müssen.

Die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann hat sich gegen eine Abschottung der EU und für eine christliche und solidarische Flüchtlingspolitik in Europa ausgesprochen.

Die Fluchtursachen, nicht die Flüchtlinge müssten bekämpft werden, erklärte Junkermann am Sonntag in Erfurt. Dabei warb sie für eine Online-Petition, die sie selbst und bis Sonntagmittag mehr als 38.300 Menschen unterzeichnet haben.

"Es ist für mich ein Skandal, dass wir wesentlich dazu beitragen, dass Europa für Menschen, die in Not sind, eine Festung ist, deren Mauern kaum zu durchdringen sind, während umgekehrt für den Handel und das, was wir wollen und brauchen, die Grenzen durchlässig sind", erklärte Junkermann.
Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) kritisiert seit Jahren die Flüchtlingspolitik in Europa. So hat sie wiederholt auf die Mitverantwortung der europäischen Länder für die wachsende Not in den südlichen Ländern hingewiesen.



In der Online-Petition werden die Regierungen in der Europäischen Union aufgefordert, den völkerrechtlich verankerten Flüchtlingsschutz nicht weiter zu gefährden. Die von der Journalistin Beatrice von Weizsäcker, dem grünen EU-Parlamentarier Sven Giegold und dem Historiker Ansgar Gilster initiierte Petition auf der Internetseite change.org trägt den Titel "Flüchtlingspolitik in Europa: Erst stirbt das Recht, dann der Mensch!" Darin werden unter anderem die Kirchenleitungen in Europa aufgefordert, die Menschenwürde ohne politische Rücksichtnahme zu verteidigen.