Anerkennung für koptisches Kloster

Von einer Klosterruine zu einem gut vernetzten Zentrum mit ökumenischer Strahlkraft: Zum 25. Jubiläum erntet das koptisch-orthodoxe Kloster im nordrhein-westfälischen Höxter große Anerkennung. Unter den Gästen war auch der ägyptische Botschafter.

Vertreter aus der Europa- Bundes- und Landespolitik haben das koptisch-orthodoxe Kloster in Höxter-Brenkhausen zum 25-jährigen Bestehen gewürdigt. Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder sagte bei dem Festakt am Freitagabend in Höxter: "Das Koptenkloster ist ein Geschenk für Deutschland". Der EU-Politiker Elmar Brok (CDU) würdigte die Vermittlerrolle des Klosters und seines Bischofs Anba Damian zwischen der abendländischen und orientalischen Kultur. NRW-Landtagspräsident André Kuper (CDU) hob das Engagement für Flüchtlinge hervor. Der ägyptische Botschafter Badr Abdelatty verurteile kriminelle Akte gegen koptische Christen in Ägypten.



Der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian äußerte sich dankbar über die Entwicklung des Klosters. Vor 25 Jahren sei man ohne fertiges Konzept und Finanzplan in ein unbewohnbares Barockkloster eingezogen. Mit großer Überzeugung sei es zu einem beachteten geistlichen Zentrum und einem Haus der Ökumene ausgebaut worden, sagte Damian, der von seinem Dienstsitz in Höxter als Bischof für Norddeutschland zuständig ist.  Angesichts der wachsenden Zahl an Besuchern plane er den Bau eines Gästehauses. Die koptisch-orthodoxe Kirche hatte das aus dem 13. Jahrhundert stammende Kloster 1993 zum symbolischen Preis von einer D-Mark vom Land Nordrhein-Westfalen erhalten.

Von der koptisch-orthodoxen Kirche lernen

Nach Worten des Unionsfraktionsvorsitzenden Kauder können Christen von der koptisch-orthodoxen Kirche lernen. Kopten zeigten den finanziell besser gestellten Christen, was Christsein bedeute. Sie legten ein beispielhaftes Glaubenszeugnis ab. "Das Kloster in Höxter-Brenkhausen ist Begegnungsstätte für alle Christen", würdigte Kauder

Einsatz für die christliche Minderheit in Ägypten

Der EU-Politiker Brok (CDU) hob auch den Einsatz für die christliche Minderheit in Ägypten hervor. Jeder Mensch müsse die Möglichkeit haben, die eigene Religion zu praktizieren, ob im Privaten oder gemeinsam mit anderen Gläubigen in einem Gotteshaus. Das Kloster und sein Bischof leisteten einen engagierten Einsatz für die christliche Minderheit in Ägypten.

NRW-Landtagspräsident André Kuper (CDU) erklärte, das Kloster sei eine Zuflucht für Verfolgte, der leitende Bischof Damian sei ein Anwalt religiös oder politisch Verfolgter. Kuper würdigte auch, dass das Kloster in Borgentreich eine Anlaufstelle für Flüchtlinge eingerichtet hat. Das Kloster stellt für die Versorgung von Flüchtlingen ein Gelände im nahe gelegenen Borgentreich für die Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

Friedliche Koexistenz in Ägypten muss das Ziel sein

Der Botschafter Ägyptens in Berlin, Badr Abdelatty, verurteilte Angriffe gegen koptische Christen in Ägypten. Ägypten müsse ein Land werden, in dem alle Ägypter gleich seien. Ziel sei die friedliche Koexistenz aller Religionen. Das koptische Kloster in Höxter und die dort geleistet Arbeit finde auch in Ägypten viel Beachtung.

Das koptisch-orthodoxe Kloster der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Mauritius feiert bis Sonntag sein 25-jähriges Bestehen mit Festveranstaltungen, Gottesdiensten und einem Symposium. Die Anlage in Höxter ist nach dem Kloster im hessischen Kröffelbach das zweite der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland.

Die koptisch-orthodoxe Kirche existiert bereits seit dem ersten Jahrhundert nach Christus. In Deutschland zählt sie nach eigenen Angaben etwa 12.000 Mitglieder. Bischof der Diözese für Norddeutschland ist Anba Damian mit Dienstsitz in Höxter-Brenkhausen. Für Süddeutschland ist der Bischof Michael El Baramousy zuständig, der seinen Sitz in Hessen hat.