Friedliche Proteste gegen "Neues Hambacher Fest"

Friedliche Proteste gegen "Neues Hambacher Fest"
Eine Veranstaltung von national-konservativen Kräften auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße hat am Samstag Polizei und Ordnungskräfte in Atem gehalten. Schon am frühen Morgen hätten sich unter dem Motto "Marsch der Patrioten" etwa 350 bis 400 Telnehmer eines sogenannten "Neuen Hambacher Festes" auf den Weg zum Schloss gemacht, sagte ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Darunter seien auch AfD-Chef Jörg Meuthen und der Autor des Buches "Deutschland schafft sich ab", Thilo Sarrazin, gewesen.

Gleichzeitig hätten rund 300 Menschen gegen die Veranstaltung demonstriert, darunter ein Bündnis gegen rechts und eine antifaschistische Gruppe aus Karlsruhe. Sowohl der Zug der National-Konservativen als auch die Gegendemonstration seien friedlich verlaufen, sagte der Polizeisprecher. Eingeladen zu dem Treffen auf das Schoss hatte das Kölner Institut für Vermögensentwicklung, hinter dem der Wirtschaftsprofessor Max Otte steht. Otte ist CDU-Mitglied, wählt nach eigener Aussage aber die AfD. 

Auf dem Hambacher Fest vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1832 forderten rund 30.000 Menschen Pressefreiheit, nationale Einheit und Volkssouveränität. Das Fest war der Höhepunkt bürgerlicher Opposition gegen Zensur und Fürstenwillkür. Seit jenem Fest gilt das Hambacher Schloss als "Wiege der deutschen Demokratie".

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Weniger Menschen als erwartet kamen nach Polizeiangaben auch ins südpfälzische Kandel. Eine Kundgebung Rechtsextremer auf dem Marktplatz habe rund 300 Teilnehmer verzeichnet, gegen den Aufmarsch hätten 200 Menschen demonstriert. Ingesamt waren in Kandel vier Veranstaltungen mit rund 800 Teilnehmern angemeldet worden.

Nach der tödlichen Messerattacke auf eine Schülerin vor drei Monaten haben rechte Gruppen aus ganz Deutschland die 8.500 Einwohner zählende südpfälzische Stadt immer wieder zu ihrem Aufmarschgebiet gemacht. Als Täter gilt der Ex-Freund des Mädchens, ein afghanischer Flüchtling.