Bedford-Strohm: Kirche der Zukunft braucht Einheit

 Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland  und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in der Wittenberger Stadtkirche

Foto: epd-bild/Jens Schlüter

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in der Wittenberger Stadtkirche.

Für eine Kirche der Einheit und ein gemeinsames Abendmahl hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm plädiert. "In einer verrückten Welt, in der Vereinfachung, Intoleranz, Nationalismus und programmatischer Egoismus so viel Zustimmung finden, braucht es eine Kirche, die Orientierung gibt", sagte Bedford-Strohm am Sonntag in der Wittenberger Stadtkirche bei einem Festgottesdienst der Internationalen Ökumenischen Gesellschaft. Eine solche Kirche könne jedoch keine bleiben, in der diejenigen die sich als Schwestern und Brüder ansprechen, am Tisch des Herrn getrennt bleiben.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erinnerte auf Grundlage des Jesus-Zitates "Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern" (Johannes 6, 35) an die Verantwortung der Kirche, "die nicht aufhört zu protestieren gegen den moralischen Skandal von 24.000 Menschen, die jeden Tag sterben, weil sie nicht genug zu essen haben, obwohl von allem genug da ist auf dieser Welt". 

Zur Feier der sogenannten Lima-Liturgie in der Predigtkirche des Reformators Martin Luther (1483-1546) wurde der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm von Olav Fykse Tveit unterstützt, dem Generalsekretär des in Genf ansässigen Weltkirchenrats. Zudem waren acht Bischöfe als Repräsentanten ihrer Kirchen an dem ökumenischen Abendmahlsgottesdienst beteiligt.



Bereits seit vergangenem Montag hält die International Ecumenical Fellowship (IEF) die "Wittenberger Ökumenische Versammlung" ab, eine Festwoche anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in diesem Jahr. Inspiriert von der 62. der 95 Thesen des Reformators Martin Luther (1483-1546) steht die eine Woche dauernde Tagung unter dem Titel "Vom wahren Schatz der Kirche(n) - Dem Evangelium miteinander auf der Spur". Die IEF feierte am Freitag ihr 50-jähriges Bestehen. Sie wurde 1967 als eine Bewegung von europäischen Christen im schweizerischen Fribourg gegründet.