Vandalismus in der Kirche: So etwas kommt leider immer wieder einmal vor. Die Motivationen sind unterschiedlich. Manche hatten schlechte Erfahrungen mit der Institution Kirche, manche wollen einfach nur randalieren, manche versuchen sich an geraubten Kunstgegenständen zu bereichern. Alles natürlich ärgerlich für die Kirchengemeinden und über die finanziellen Aspekte hinaus manchmal auch traurig, wenn wertvolle Gegenstände verloren gehen oder zerstört werden.
Wirklich außergewöhnlich war aber, was ein Einbrecher Mitte Februar in der katholischen Kirche Steinenbronn im Landkreis Böblingen veranstaltete. Offenbar ließ er sich im Lauf des Sonntags in der Kirche einschließen. Dann begann er, die Kirche zu verwüsten: Fensterscheiben, Sitzbänke, Bibeln - nichts war vor ihm sicher. Die Polizei schätzt den Schaden auf 10.000 Euro. Wirklich, wirklich ärgerlich und unnötig.
Doch ein Gegenstand gebot dem Vandalen Einhalt: die Orgel. Es ist nicht so ganz klar, was er sich dabei dachte. Statt zu fliehen und sich einer Bestrafung zu entziehen, setzte er sich an die Orgel und begann zu spielen. Dort traf ihn die mittlerweile alarmierte Polizei an.
Eigentlich kein Wunder: Für manche Musiker übt so eine Kirchenorgel eine ausgesprochen große Anziehungskraft aus. Es ist nun mal ein ungewöhnliches Instrument, das die wenigsten einfach so im Wohnzimmer herumstehen haben dürften. So eine Gelegenheit darf man sich nicht entgehen lassen – selbst wenn man kurz vorher das Inventar verwüstet hat.
So hat diese Orgel nun also zur umgehenden Aufklärung eines Verbrechens beigetragen. In den Polizeidienst wird sie deswegen aber wohl trotzdem nicht wechseln.


