Sechs Rot-Kreuz-Mitarbeiter in Afghanistan erschossen

Sechs Rot-Kreuz-Mitarbeiter in Afghanistan erschossen
In Afghanistan sind sechs Rot-Kreuz-Mitarbeiter erschossen worden. Die sechs Angestellten seien in der nördlichen Provinz Dschuzdschan ums Leben gekommen, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Mittwoch in Genf mit.

Zwei Mitarbeiter würden noch vermisst. Die Gruppe war den Angaben zufolge in einem Auto-Konvoi unterwegs, als sie in einem Dorf von Unbekannten angegriffen wurden.

Die aufständischen Taliban bestritten in einer Stellungnahme jegliche Beteiligung an dem Anschlag. Der Polizeichef der Provinz machte die Terrororganisation "Islamischer Staat", die in Afghanistan unter dem Namen "Daesh" operiert, dafür verantwortlich.

"Wir verurteilen diesen anscheinend absichtlichen Angriff auf unsere Mitarbeiter auf das Schärfste", erklärte der IKRK-Präsident Peter Maurer. "Dies ist ein tragischer Vorfall. Wir stehen unter Schock." Nach Angaben der afghanischen Regierung waren die Mitarbeiter dabei gewesen, lebenswichtige Vorräte in die Gebiete zu schaffen, die von einem Schneesturm in den vergangenen Tagen betroffen waren.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Rote Kreuz in Afghanistan Ziel eines Terroranschlags wird. 2013 war die Niederlassung der Organisation in der Stadt Dschalalabad angegriffen worden. Der Angriff, bei dem fünf Mitarbeiter starben, schockierte die internationale Gemeinschaft besonders: Es war der erste Anschlag auf die neutrale Hilfsorganisation in Afghanistan in über drei Jahrzehnten. Das Rote Kreuz hat in dem Land seit 1988 Jahren Tausende Kriegsverletzte behandelt und mit Prothesen versorgt.

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