Pfarrer beraten über Zukunft der sächsischen Landeskirche

Peterskirche in Leipzig

Foto: Getty Images/Hemera/Oleg Leonov

Das Forum läd am ersten offenen Forumstag am 27. August 2016 in die Peterskirche in Leipzig ein.

Pfarrer beraten über Zukunft der sächsischen Landeskirche
Tolerant, weltoffen, menschlich: Für all diejenigen, die sich Veränderung mit und in der sächsischen Landeskirche wünschen, gibt es ein offenes Forum, in dem sie "fromm und frei" diskutieren und mitwirken können: www.frei-und-fromm.de.

"Wünschen Sie sich eine weltoffene, tolerante sächsische Landeskirche? Vermissen Sie manchmal einen offenen Geist oder das Zulassen verschiedener Meinungen und Lebensentwürfe? Fühlen Sie sich in ihrer Gemeinde mit ihren Bedürfnissen nicht (mehr) vertreten? Dann seien Sie die Veränderung!", sagen die Initiatoren. Um die Bewegung auf eine breite öffentliche Basis zu stellen, lädt das Forum alle Interessierten, Projekte, Vereinigungen und Initiativen ein zum ersten offenen Forumstag am 27. August 2016 von zehn bis 17 Uhr in der Peterskirche in Leipzig. Anmeldeschluss ist der 15. August 2016.

"Wir wollen gemeinsam nachdenken, klagen, singen, bitten, beten und ganz konkret nach Lösungen suchen und um Segen bitten", erklärt Pfarrer Christoph Maier, einer der Mitiniatoren des neuen Forums. "Wir haben keine fertigen Antworten, ja, noch nicht mal fertige Fragen. Uns eint aber das Bewusstsein, dass Kirche sich stets verändern muss, um sich treu zu bleiben, um ihren christlichen Auftrag zu erfüllen und ihren Mitgliedern gerecht zu bleiben. Wir sehen mit Sorge, dass viele Menschen sich in Sachsen von der Kirche abwenden, sich nicht mehr wohl und nicht mehr vertreten fühlen. Das wollen wir ändern – mit lauten und mit leisen Tönen, mit Herz und Verstand, mit Toleranz und Humor, mit Freude und Zuversicht."

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Ziel des ersten Forumstages ist es, auf möglichst breiter Basis die Fragen vieler "Suchenden" zu identifizieren und so einen Weg zu beschreiben, der Sächsische Landeskirche für alle Mitglieder wieder zur Heimat ihres Glaubens macht und trotz aller Unterschiede eint und stärkt. Initiativen & Privatpersonen können mitdiskutieren und mitgestalten

Als Workshopthemen soll unter anderem diskutiert werden: "Was ist eigentlich Zeitgeist?", "'Genderwahn' und 'Homosexualisierung'" –
"(Tot-)Schlagworte in unseren Gemeinden, Heimat für einen Glauben im Wandel finden", "Anders vom Glauben reden", "Mein letzter Versuch mit Kirche, Diskussion zur Auslegung der Bibel im 21. Jahrhundert" und "Strukturen predigen lauter als Worte. Heilsame Prozesse in einer strukturkonservativ Landeskirche".

Ein klares und lautes Zeichen setzen wollen

Menschen zu versammeln, die sich einen weltoffenen Geist in der Landeskirche wünschen – das ist das Ziel des neu gegründeten "Forums für Gemeinschaft und Theologie". Hinter der Gründung stehen elf sächsische Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Kirchenmitglieder aus Leipzig Dresden, Meißen, Wurzen, Stollberg und Schmannewitz. "Die sächsische Landeskirche wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend isoliert und regressiv. Initiativen wie die sächsische Bekenntnis-Initiative prägen ein einseitiges, in meinen Augen rückwärts gerichtetes Bild, welchem wir ein anderes Verständnis von Kirche und Glauben gegenüberstellen wollen", erklärt der Sprecher der Initiative, der Leipziger Pfarrer Christoph Maier. "Wir wollen ein klares und lautes Zeichen setzen für eine aufklärende Theologie, für Offenheit und Vielfalt unserer Kirche und gegen Diskriminierung zum Beispiel von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen".

Die Initiativgruppe besteht aus: Pfarrerin Christiane Dohrn (Leipzig), Supervisorin Dr. theol. Barbara Zeitler (Leipzig), Superintendent Christian Behr (Dresden), Studienleiter Christian Kurzke (Meißen), Pfarrer Christoph Maier (Leipzig), Vikarin Jennifer Scherf (Leipzig), Pfarrer Karl-Heinz Maischner (Wurzen), Supervisorin Almut Klabunde (Dresden), Prädikant Heiko Reinhold (Stollberg), Pfarrerin Dr. theol. Kathrin Mette (Schmannewitz) und Pfarrer Frank Martin (Leipzig).