EKD-Ratsvorsitzender befürchtet neues atomares Wettrüsten

EKD-Ratsvorsitzender befürchtet neues atomares Wettrüsten
70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki warnt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, vor einem neuen nuklearen Wettrüsten.

"Wir glauben, dass die Welt einen deutlichen Widerspruch gegen eine neue Spirale der Aufrüstung braucht", schrieb Bedford-Strohm in einem Beitrag für das "RedaktionsNetzwerk Deutschland". In ihrem Bemühen um nukleare Abrüstung sei die Welt schon einmal weiter gewesen, fügte er hinzu.

Heute, sieben Jahrzehnte nach den Atombombenabwürfen in Japan am 6. und 9. August 1945, modernisierten die USA und Russland erneut ihre Atomwaffen, kritisierte der Theologe. "Eine neue Epoche der Nuklearisierung scheint vor der Tür zu stehen." Dies geschehe vor dem Hintergrund dramatisch anwachsender weltpolitischer Krisen.

Ziel müsse ein bindender Vertrag über ein weltweites Verbot nuklearer Waffen sein, unterstrich der Ratsvorsitzende. Schritte dazu seien Sicherheitskonzepte ohne Atomwaffen, bindende Abrüstungsschritte in einem festgelegten zeitlichen Rahmen und ein Verbot der Produktion spaltbaren Materials.

Der Ratsvorsitzende, der auch bayerischer Landesbischof ist, besucht derzeit Japan. Er gehört einer Delegation des Weltkirchenrates an, die am Gedenken für die Atombomben-Opfer von Hiroshima und Nagasaki teilnimmt. Die sechstägige Reise endet am Montag.

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