So geht Gott unter die Haut

Tätowier-Aktion
So geht Gott unter die Haut
In Wien können Sie sich kostenlos ein christliches Tattoo stechen lassen

Morgen, Freitag, der 14. April, dürfte im „Quo vadis“ am Stephansplatz in Wien ziemlich viel los sein: Silas Becks aus Stuttgart, bekannter Tattoo-Artist, steht zur Verfügung, um kostenlos menschliche Körperteile mit christlichen Motiven zu verzieren. Von 10 bis 18 Uhr haben Sie die Möglichkeit, vorbeizukommen.

In drei bis fünf Minuten erhalten die Tätowierwilligen dann beispielsweise ein Franziskanerkreuz auf den Arm oder auch einen Fisch, das uralte Symbol der ersten Christenheit. Um die 40 Personen werden so ein Zeichen bekommen können – der Andrang wird wohl deutlich größer sein: Bei einer ähnlichen Aktion in Stuttgart mussten mehr als 200 Menschen wieder weggeschickt werden.

Doch auch für die, die nicht drankommen, ist ein Programm vorgesehen. Sie können eine Kerze anzünden oder ihre schon vorhandenen Tätowierungen segnen lassen. Gut, das ist eher ein katholisches Konzept, ich als Evangelischer segne lieber die Menschen als ein Symbol oder einen Gegenstand, aber letzten Endes ist es ja auch wieder der Mensch, der durch den Segen gestärkt wird.

Eine Einschränkung gibt es aber dann doch: „Wir tätowieren nur christliche Körperteile“. Auch, wenn ich natürlich verstehe, was damit gemeint ist: Ein bisschen schräg ist das schon. Hat Gott uns nicht als Ganzes geschaffen, zu Ebenbild Gottes? Mit allem Drum und Dran. Na ja, dann gibt’s das Kreuz eben doch auf die Wade und nicht ... woran auch immer Sie jetzt gerade denken.

Christopher Paul Campbell, dem Leiter von "Quo vadis?", sind neue Zielgruppen ein großes Anliegen. So entwickelte er auch Seelsorgekonzepte rund ums Tätowieren, hat schon mehrmals Workshops zum Thema „christlicher Glaube und Tattoos“ veranstaltet und sogar ein Buch dazu verfasst. Aus dieser Arbeit entstand die „Societas Indelebilis“, ein Berufsverband katholischer Tätowierer. Also – bei ihm sind Sie bestimmt in guten Händen!

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