Sterben verboten

thinkstockphotos-537536107_i-201.jpg

Foto: Getty Images/iStockphoto/tahkani

Sterben verboten
Ewiges Leben? Können Sie haben. Es gibt Orte, da ist das Sterben gesetzlich einfach nicht erlaubt.

Ewiges Leben! Nicht irgendwo im Jenseits, sondern hier auf der Erde! Für manche ist das eine großartige Vorstellung. Sie sollten vielleicht mal Perry Rhodan fragen, der dank seines Zellaktivators seit seiner Mondlandung im Jahr 1971 nun schon mehrere Jahrtausende auf dem Buckel hat und in dieser Zeit ein ziemlich anstrengendes Leben hatte – und vermutlich weiter haben wird, sonst werden die Romane ja eher uninteressant.

Vielleicht gibt es auch noch andere Möglichkeiten? Zum Beispiel könnten Sie nach England gehen. Da geht das. Jedenfalls im Westminster-Palast. Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Sterben ist im Westminster Palace schlicht und einfach gesetzlich verboten. Also: Reingehen, drinbleiben und niemals sterben!

Ist auf die Dauer allerdings vielleicht auch etwas langweilig, Palast hin oder her. Außerdem hilft das auch nichts – wenn eines Tages der Tod an die königliche Türschwelle klopft, wird man einfach nach draußen getragen und der Totenschein vor der Tür ausgestellt.

Was auf den ersten Blick sehr skurril klingt, hat doch einen ernsthaften Hintergrund: Da der heutige Sitz des Parlaments früher eine königliche Residenz war, würde jedem dort Verstorbenen ein komplettes Staatsbegräbnis zustehen. Das käme den Staat auf die Dauer wohl doch etwas teuer zu stehen. Dann doch lieber ein kleines Gesetz erlassen und den ganzen Sums einfach verbieten. Ist die Frage, welche Strafe auf Sterben im Palast steht und wie diese am höchst kriminell Verstorbenen vollstreckt werden soll.

Ach übrigens: Auch im französischen Städtchen Le Lavandou ist das Sterben verboten. Jedenfalls, wenn man noch kein Grab reserviert hat. Was wohl gar nicht so einfach ist, denn der Friedhof platzt aus allen Nähten. 

Na denn: Wir wünschen Ihnen ein gesetzestreues Ableben. Aber bitte nicht so bald.

weitere Blogs

Von Zeit zu Zeit die Welt beobachten – und dann doch lieber etwas über Kapern schreiben.
Die Netflix-Doku "Pray Away" zeigt, was religiöse "Konversionstherapien" im Leben von LGBTIQ-Menschen anrichten.