Einmal Bibel zum Mitnehmen, bitte.

Einmal Bibel zum Mitnehmen, bitte.

Neulich in Berlin, auf dem Weg zur Berliner Stadtmission. Am Wegrand ein seltsamer Briefkasten, halb kaputt. Irgendwas steht da drauf. Und ich bin ja einer, der wirklich alles liest. ALLES. Also schnell neugierig hingelaufen und nachgesehen. Ah ja: Eine „Schenkbibel“. Ein Briefkasten mit einer Bibel drin. Zum Mitnehmen.

Eigentlich eine gute Idee, finde ich. In christlichen Kreisen werden Bibeltexten ja manchmal wirklich missionarische Kräfte zugeschrieben. Da kursieren Geschichten von Rauchern, die Seite für Seite die Bibel rauchten und eines Tages dann doch von einem Text gepackt wurden. Oder von Zweit- bzw. Erstverwendungen als Toilettenpapier mit exakt dem gleichen Effekt. Ich weiß nicht, ob an diesen Erzählungen was dran ist; ich persönlich setze ja eher auf den persönlichen Kontakt zwischen Menschen, aber das eine schließt ja das andere nicht aus.

Von daher: Warum nicht die Bibel unter die Leute bringen? Ja, nur zu!

Aber ganz ehrlich: Würden Sie einer Sache, egal was, aus diesem halb kaputten Briefkasten Vertrauen entgegenbringen? Wenigstens ein neues Briefkastenschloss wäre ja mal schön. Als ich am nächsten Tag an dem Kasten vorbeiging, hing die Klappe nach unten, gab die schöne Bibel Wind und Wetter preis.

Ob jemals ein Mensch eine dieser Bibeln entnommen hat? Nun ja: Gottes Geist weht, wo er will. Und seine Botschaft geht gern die krummsten Wege.

Also dann: Einmal Bibel zum Mitnehmen, bitte. Danke und Gottes Segen.

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