Karfreitag und Das Leben des Brian

Karfreitag und Das Leben des Brian

Darf die Initiative RIR den Film "Das Leben des Brian" in einer geschlossenen Gesellschaft am Karfreitag zeigen? Das sind so Fragen, die mich manchmal denken lassen, dass auch die sogenannten Kritiker mal über sich selbst lachen können sollten. Christen können das. Fragt mal meinen Blogkollegen, der hat dazu vor Zeiten nämlich schon was notiert. Zurück aber zur Frage...

####LINKS#### Was wäre denn nun gewonnen oder verloren wenn "Das Leben des Brian" an einem Karfreitag gezeigt werden darf oder nicht? Ein Stück Freiheit von der "Zensur" - ich bin immer vorsichtig wenn dieses Wort fällt, das wird leicht zum Totschlagsargument mißbraucht - des Landesgesetzes? Was haben die Römer denn jemals für uns ... sorry ... was haben die Kritiker der RIR denn wirklich damit gewonnen würde der Film am Karfreitag laufen und mit ihm die Kritik nicht eigentlich an der Religion sondern daran, wie Menschen mit Religion an sich umgehen? Zu Beginn der Bergpredigtszene wird Jesus durchaus so dargestellt wie man das aus anderen Filmen des Genres kennt. Aber "Das Leben des Brian" ist kein Film über Jesus - das merkte mein Blogkollege schon an - sondern über einen Menschen der zur gleichen Zeit lebt und von den Menschen für den Messias gehalten wird. Nur: Diese Erkenntnis ist keine, die wirklich an den Karfreitag als Feiertag geknüpft ist. Der Karfreitag ist der Tag, an dem wir Christen, wir 70 Prozent, mehr - oder weniger - über das nachdenken, was mit Jesus passierte. Der am Palmsonntag übrigens genauso enthusiastisch gefeiert wird wie Brian. Was soll das Zeigen des Films also nun wirklich beweisen? Dass man gegen die Kirche, die Religion ist: Protest! Gut. ein Protest braucht aber auch Hand und Fuß. Nur Dagegensein um des Dagegenseins-Willen finde ich doch etwas schwach.

Würde man sagen, man wolle den Film zeigen weil er beweise, wie leicht sich Menschen im Namen einer Religion manipulieren lassen - oder wie leicht man auch sein Mäntelchen nach den Wind hängen kann, dass der Film zeigt wie man sich in endlosen Debatten verhaspeln kann ohne dass ein Ergebnis zustande kommt - heutzutage ist das alltäglich, es heißt Meeting ;-) - oder dass letzten Endes nichts bleibt als pfeifend und mit einem Lachen von der Bühne zu gehen weil nach dem Tod nun nichts kommt - also das wären ja immerhin Gründe. Denen muss ich nicht zustimmen, aber das wären immerhin mal welche. Aber Gründe führt die RIR nicht genau aus. Sie möchte nur den Film an sich zeigen, das sollte schon genügen meinen sie. Dass die Pythons allerdings spitzfindig die Vorgehensweise von einigen Gruppierungen mit der Judäischen Volksfront auf die Schippe nehmen - erinnert bisweilen nicht nur an die große Politik sondern auch an Bürgerinitiativen vor Ort ;-) - ja, da stimme ich durchaus mit ein. Es gäbe also eine Menge Gründe, die für das Zeigen des Films generell sprechen würden.

Aber: Wem damit nun gedient wäre bleibt ungeklärt. Wenn das eh eine nichtöffentliche Veranstaltung wird, dann erreicht die Kritik des Films eh nur die, die sie ohnehin schon gut finden. Ich mag den Film übrigens auch. Aber diese Ufo-Szene, lieber Heiko, nee, die hätten sie ruhig schneiden können, die Pythons...

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