Leiden und Krankheit

Auch in schweren Zeiten sich begleitet wissen - das kann Christinnen und Christen durch Phasen von Leiden und Krankheit im Leben hindurch führen. Hier gibt es Informationen und Hintergründe.
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,

ich bin katholisch, aber denke, dass die Antwort keinen Unterschied machen wird oder?
Mein Problem wird vielleicht etwas seltsam klingen, aber für mich ist es ziemlich ernst.
Ich bin seit Jahren kaufsüchtig, und habe viele Jahre viel Zeit in Online Shopping investiert, das meiste dann auch wieder zurückgeschickt, weil ich das Geld gar nicht hatte. Es verging kaum ein Tag, an dem ich kein Paket bekam, der Postbote, meine Familie, und dann auch die Postfiliale schmunzelten schon über mich, dass ich nicht mehr normal bin etc. Ich habe die Pakete versteckt, und bin teilweise verschiedene Postämter für sie Retouren abgefahren, weil ich mich schon geschämt habe. Außerdem habe ich eine Zwangsstörung, mit 14 fing es mit Panikattacken an, Zählzwänge, Rituale, Kontrollzwänge, und wahnsinnige Verlustängste, da mir der Zwang immer sagt, wenn ich das und das nicht mache, passiert meinen Kindern etwas, früher sagte mir der Zwang, ich werde ohnmächtig, oder mir wird schwindlig in ungünstigen Situationen, davor hatte ich panische Angst, hilflos und ausgeliefert zu sein. Da es mir schon einmal passiert war, dass ich vor ziemlich vielen Menschen ohnmächtig wurde, damals mit 14, und die Kontrolle verlor, es war mir so peinlich, deswegen habe ich immer dem Zwang nachgegeben, aus Angst, es könnte nochmal passieren. Ich war sehr übergewichtig als Kind, hatte kaum selbstbewusst sein. Es war undenkbar schlimm für mich. Heute bin ich schlank, aber selbstbewusster bin ich nicht. Seit ich Kinder habe, hat es sich vom Schwindel auf die Kinder gelegt, nun habe ich Angst, dass ihnen etwas passieren könnte, sie sind mein Ein und Alles, ich habe sie mir lange Zeit gewünscht, und als es endlich klappte, bescheidene Schwangerschaften durchgestanden. Mein Leben ohne sie kann ich mir nicht vorstellen, ich würde darüber niemals hinwegkommen. Weil ich viel zu schwach bin. Alleine sie Vorstellung macht mich zittrig. Nun habe ich, um mich selbst abzuschrecken, und sozusagen von der Kaufsucht zu stoppen, geschworen, hoch und heilig, auf das Leben meiner Kinder und meiner ganzen Familie, dass wenn ich noch einmal etwas online bestelle, meinen Kindern und allen anderen etwas passieren kann, sodass ich ganz alleine bin und alle verliere. Die erste Zeit lang war ich konsequent, dann ging die Fernbedienung kaputt, und dieses Ersatzteil bekam ich nur online, da wir ländlich wohnen.

Dann wünschte sich mein Sohn zum Geburtstag ein Spielzeug, das ich im Geschäft nicht bekam, ich habe es aber auch nicht bestellt. Ich bräuchte ein Ersatzteil für meinen Staubsauger, und traue es mich nicht zu bestellen, ich bekomme meine Haarfarbe nur übers Internet, da es hier weit und breit keinen friseurbedarf gibt, ich habe mir bereits überlegt, ob ich meine Haarfarbe ändern soll, und irgendeine Farbe aus der Drogerie nehmen soll. Ich habe für eine Bluse 15€ mehr im Laden bezahlt und ärgere mich dumm und dämlich, nur weil ich sie online zum günstigen Preis nicht bestellen durfte, aus Angst wegen meinen Kindern. Ich habe ihnen zum ersten Mal keine tolle Partydekoration zum Geburtstag bestellt, sondern nur das genommen, was es im Supermarkt gab. Und was das Klamotten bestellen betrifft, ich bestelle war keine mehr, dafür fahre ich bei jeder Gelegenheit oder Rabattaktion in die Stadt, meine Kinder müssen entweder mit und geduldig warten bis ich mich durchprobiert habe, oder ich fahre alleine, wenn einer im Kindergarten ist, der andere sitzt dann Stunden im Kinderwagen und muss mit. Aus Frust tätige ich dann Notkäufe, weil ich in den Geschäften kaum etwas finde, kaufe eine Hose 3-mal aus Angst, ich bekomme sie nirgends mehr oder bezahle viel zu viel, weil es online viel günstiger wäre. Ich habe nun tagelang gelesen, und Gott sehr oft um Vergebung gebeten, dass er mir diesen Schwur erlässt. Was ich aber nicht verstehe ist, würde Gott mir die Sünden vergeben, d.h. Das mir selbst auferlegte verbot etwas zu bestellen, oder vergibt er mir den ganzen Schwur. Sonst würde ich ja sozusagen, bei jeder neuen Bestellung wieder sündigen, wenn man den Schwur nicht mehr ändern kann. Ich habe oft gelesen, dass die Bibel sagt, dass man den Schwur um jeden Preis halten muss. Meine Kinder sind mir zu wertvoll, um sie in Gefahr zu bringen. Ich bitte sie um Hilfe, und Antwort. Ich habe sehr viel gebetet, und um ein Zeichen gebeten, falls Gott mir vergibt, bzw. den Schwur "vergisst" aber bin mir nicht sicher, ob es ok ist, künftig das nötigste wieder zu bestellen. Es klingt wahrscheinlich alles ziemlich wirr, aber ich weiß dass ich krank bin, und für mich ist es sehr belastend und ernst. Ich habe meinen Namen geändert, da ich mich schäme.
Sie würden mir mit einer Antwort sehr helfen.