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Glaube und Theologie
Hallo!
Zunächst möchte ich mich erklären: Ich bin in einem gläubigen, christlichen, evangelischen Elternhaus aufgewachsen und war auch als Jugendlicher in einer Gemeinde aktiv. Mit dem Beruf und anderer Interessenlagen habe ich den Anschluss aber verloren. Da ich jedoch tief in mir weiß, dass die einzige Lösung aller Fragen und Probleme in Jesus Christus liegt, möchte ich gerne wieder zurück finden. Der Kern der guten Nachricht ist bei mir ankekommen. Die Theologie und die evanglikale Botschaft habe ich verinnerlicht. Es gibt jedoch eine elementare Frage, die das ganze Gerüst der christlich-gläubigen Denkweise ins Wanken bringt:
WARUM erschafft Gott die Menschen mit seinem allwissenden Voraussehen? Dass Gott die Menschen liebt, ist mir klar, sonst hätte er in Voraussicht nicht sogar seinen Sohn für unsere Sünden geopfert und ihn diese Qualen erleiden lassen. Dasss Gott nicht das Böse will, verstehe ich auch. Aber warum wählte er den Weg für neue Wesen die Menschen? Warum schuf er uns nicht engelsgleich ohne Sünde, wenn er Gesellschaft wollte? Warum erschuf er Wesen, die sich in seiner Voraussicht erst abwendeten, um sich dann individuell wieder für ihn zu entscheiden? Mir ist die überspannende Theologie klar, aber nicht der Grund für unser Dasein von Gott aus. Was soll die Entscheidung hier auf Erden für ihn, oftmals durch viel Trübsal? Warum gibt es uns als Menschen? Soviel Aufhebens, nur weil Gott Gesellschaft im Himmel will? Ich muss gestehen, so gerne ich "auf der Spur" mit Gott bleiben will, das "Modell" Erde und Mensch ist für mich derzeit sehr schwer zu verstehen. Gott ist das Gute. Doch er hat gewußt, welches Leid NACH der Erschaffung des Welt-Mensch Konstrukts entsteht. Er geht sogar so weit, seinen Sohn zu ofpern. Warum? Warum erschuf er uns nicht als Engelwesen ohne Sünde, warum dieser Weg? Nur mit Liebe läßt sich das ja auch nicht argumentieren. In der Erschaffung liegt ja der Knackpunkt. Warum erschuf Gott Menschen überhaupt? Gott an sich wird doch nicht langweilig sein?
Ehe ich jetzt einen Roman beginne, schließe ich besser. Vielleicht können Sie mir auf die Sprünge helfen, warum Gott uns Menschen überhaupt geschaffen hat.
Danke für Ihren Internetauftritt.
Viele Grüße,
Andreas Schwedt.
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
Ich bin 14 Jahre alt und bin in einer überzeugten atheistischen Familie aufgewachsen. Mein Vater hat die Bibel gelesen und ist Religionen gegenüber tolerant, meine Mutter hat sich nie so richtig mit dem Glauben beschäftigt, ist aber trotzdem gegen Religion. Ähnlich wie meine Mutter ist auch meine 4 Jahre ältere Schwester eingestellt.
Mein Problem ist, dass ich in letzter Zeit gemerkt habe, dass Gott da ist. Ich habe auch schon gebetet. Über die Feiertage waren wir mit Freunden unverhofft in einem evangelischen Rüstzeitheim/ einer evangelischen Heimvolkshochschule, die Übernachtungen anbietet, untergekommen. Da gab es eine Kapelle, die ich jeden Tag besucht habe.
Nun ist es so, dass meine Mutter und meine Schwester mich aufgrund meines Glaubens an Gott für eine religiöse Fanatikerin halten.
Am 06.01. ist aufgrund der Heiligen drei Könige ein Generationengottesdienst in einer naheliegenden Stadt.
Ich bin mir unschlüssig, ob ich dort hingehen sollte. Ich möchte nicht als religiöse Fanatikerin gehalten werden.
Ist es wirklich so schlimm, zu Gott zu finden und das mit 14? Kann ich als homosexuell praktizierende (feste Freundin seit 10 Monaten) überhaupt zu Gott finden?
Ist es mit 14 nicht schon zu spät? Die meisten religiösen Menschen werden ja schon von klein an christlich erzogen.
Herzliche Grüße
Finnja
Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
als unsere Auslandsgemeinde einen neuen Pfarrer bekam, führte er einige Änderungen in der Liturgie durch. U.a. nennt er die Kollekte Dankopfer und, daraufhin angesprochen, bestätigte er mir, dass er den Opfergedanken betonen will.
Nach meinem Verständnis enthält "Opfern" immer den "do,ut des"-Gedanken, also man opfert, weil man etwas erreichen möchte. Das widerspricht meiner Auffassung nach der freien Gnadenzusage Gottes.
Ich habe in meiner über 40-jährigen Kirchenzugehörigkeit nie bewusst geopfert, und, ehrlich gesagt, ist mir der Gedanke, dies tun zu sollen, zuwider. Daher meine Frage: Gibt es in einem evangelischen Gottesdienst eine Opferhandlung?
Freundliche Grüße
Oliver Dahlmann