Firmen müssen Bezug von Rohstoffen aus Konfliktgebieten offenlegen

Firmen müssen Bezug von Rohstoffen aus Konfliktgebieten offenlegen
Zahlreiche deutsche Firmen müssen von diesem Montag an erstmals offenlegen, ob sie Rohstoffe aus afrikanischen Konfliktregionen verwenden. Grund ist ein Gesetz in den USA, der Dodd-Frank Act, der US-börsennotierten Unternehmen eine Berichtspflicht auferlegt. Diese gilt auch für deutsche Firmen, die an US-Börsen notiert sind, sowie für Zulieferer amerikanischer Konzerne.


"Da die USA ein sehr wichtiger Handelspartner sind, können viele deutsche Zulieferer aus zahlreichen Branchen von den Regeln betroffen sein", sagte die Rohstoffexpertin Rima Al-Tinawi vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ziel der Vorgaben ist es, den öffentlichen Druck auf Unternehmen zu erhöhen, um letztlich die Finanzierung bewaffneter Konflikte durch den Handel mit wertvollen Rohstoffen einzudämmen.


Die sogenannten Konfliktmineralien werden von Kriegsparteien abgebaut und gehandelt, sie verlängern Krieg und Gewalt. Konkret geht es um die Metalle Tantal, Zinn, Gold und Wolfram, die unter anderem für die Handy-Produktion gebraucht werden. Genauer hinsehen will die US-Börsenaufsicht bei der Demokratischen Republik Kongo und neun Nachbarländern: Angola, Burundi, Kongo-Brazzaville, Ruanda, Sambia, Sudan, Tansania, Uganda und der Zentralafrikanischen Republik.



Die amerikanischen Vorgaben seien nicht immer eindeutig, so etwa für deutsche Firmen, die selbst mehrere hundert Zulieferer auf verschiedenen Kontinenten hätten, sagte Al-Tinawi: "Diese Lieferketten tatsächlich im Detail nachzuvollziehen bringt einen hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand mit sich."
  
Der Dodd-Frank Act wird für europäische Unternehmen nicht die einzige Auflage bleiben: Die Europäische Union plant derzeit ein eigenes Gesetz über Konfliktmineralien. Dieses sieht allerdings nur eine freiwillige, keine verpflichtende Offenlegung vor. Dafür setze es schon früher in der Lieferkette an, nämlich bei den Importeuren, sagt Al-Tinawi. Entwicklungsorganisationen wie "Brot für die Welt" kritisieren hingegen beide Gesetzeswerke als zu schwach: Sie fordern unter anderem, sie auf eine größere Zahl von Rohstoffen auszuweiten.

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